Mein Name ist Guybrush Threepwood…

…und ich möchte Pirat werden!

Diese salbungsvollen Worte spricht die Hauptfigur des Kult-Computer-Adventures „The Secret of Monkey Island“ (Deutsch „Das Geheimnis der Affeninsel“ – und nein, es geht nicht um England!) als erstes, kaum dass er den Bildschirm betritt. Was schreibe ich da? Von „sagen“ kann nicht die Rede sein, denn der allererste Teil dieser inzwischen auf 4 Teile angewachsenen Serie wurde zu einer Zeit produziert, als das mit der Sprachausgabe auf dem Computer noch nicht so weit her war. Dennoch gelang es den Programmierern von LucasArts, auf dem Gebiet neue Standards zu setzen. Die Grafik war erstaunlich für die damalige Zeit und die nicht vorhandene Sprachausgabe wurde durch verschiedenfarbige Untertitel ausgeglichen.

„Irgendwo in der Karibik – Mêlée Island…“

Schon der Anfang lässt vermuten, dass das Spiel aus der Schmiede einer Firma stammt, die eigentlich Filme produziert – es hat nämlich einen langen Vorspann, in dem alle Beteiligten vorgestellt werden; begleitet von einem markanten Musikstück. Wohl dem, der damals bereits eine Soundkarte in seinem Computer hatte, der kam in den vollen Genuss der Musik, alle anderen mussten mit einer „abgespeckten“ Version über den PC-Lautsprecher vorlieb nehmen.

Und auch sonst sorgte das Spiel für einige Runing-Gags. „Hinter Dir – ein dreiköpfiger Affe!“ – „Wie passend, Du kämpfst wie eine Kuh!“, oder Stan, der Gebrauchtschiffhändler, der Pirat mit der sprechenden Tätowierung, Elaine Marley (Gouverneurin und Guybrushs Objekt der Begierde), das Gummi-Huhn mit Karabinerhaken, die gefährlichen Piranha-Pudel, die Piraten-Bande, für die „grogsaufende Schweine“ ein Kompliment ist… die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Die Figur wurde per Maus und der so genannten SCUMM-Steuerung kontrolliert (SCUMM war eine Abkürzung, ich weiß aber nicht mehr, wofür; die Ähnlichkeit zum englischen Wort „scum“ – „Abschaum“ – ist sicherlich rein zufällig beabsichtigt), und wie es sich für ein ordentliches Adventure gehört, gab es viele Rätsel zu lösen und Aufgaben zu erledigen: gegen die Schwertmeisterin im Schwertkampf gewinnen (wobei es nicht so sehr auf das Fechten, sondern auf die Sprüche ankam), einen Schatz finden (ein T-Shirt) oder letztlich gegen den Geisterpiraten LeChuck zu kämpfen.

Bei der Handlung gab es zwei wichtige Punkte: Zum einen war sie unglaublich komisch – zum anderen konnte die Hauptfigur, egal was sie tat, nicht sterben (was eine erfrischende Alternative zu den ganzen Adventures war, bei denen ein falscher Schritt die Katastrophe bedeuten konnte, vor allem, wenn man zuvor den Spielstand nicht abgespeichert hatte). Und sie konnte einen fesseln, forderte zum abstrakten (teils SEHR abstrankten) Denken auf.

Wie ich heute darauf komme? Bei Ringfahndung.de ist ein Artikel mit allen Vorzügen des Spiels erschienen, zum Teil im direkten Vergleich mit dem heutigen „World of Warcraft“. Diesen Worten kann ich mich nur anschließen. Wer noch mehr über MONKEY ISLAND erfahren möchte, dem sei die deutsche Fan-Seite ans Herz gelegt.

„Glückliche Zeiten waren das damals…“ (Gimli in „Der Herr der Ringe, Band 1: Die Gefährten“)

Blog-Verzweiflung – oder: Hört mich denn niemand?

Als die ersten Schiffe die Weltmeere befuhren, brauchten die Schiffsführer etwas, an dem sie festmachen konnten, wohin sie wie schnell gefahren sind. Da es am Anfang – und eine lange Zeit später – noch nicht so das Wahre war mit dem Schreiben, behalf man sich anders: man nam einen Baumstamm, bohrte Löcher rein und markierte Kurs und Geschwindigkeit mit Holzstiften. Der Baumstamm, auf Englisch „log“, führte dazu, dass in der Seefahrt der Begriff „Captain’s Log“ eingeführt wurde, selbst als die „logs“ aus Metall hergestellt wurden und letztlich durch das „Logbuch“ abgelöst wurden. An letzterem Begriff merkt man auch, dass das Wort sogar in die deutsche Sprache kam.

Nachdem es das Internet gab, wurden dort Internet-Tagebücher eingestellt, so genannte „Weblogs“, bei denen aus Gründen, die keiner mehr nachvollziehen kann, die ersten zwei Buchstaben zugunsten der „Aktion Mensch“ gestrichen wurden – der Begriff „Blog“ wurde erfunden. Falls Sie keine Ahnung haben, was ein Blog eigentlich ist: Sie lesen gerade in einem!

Die Blogs hatten und haben nur ein Problem: Sie sind sehr zahlreich. Wie macht man die große Gemeinschaft der Internet-User auf sich aufmerksam? Ein guter Rang bei Google wäre zumindest mal hilfreich. Doch da ergibt sich ein Problem: Google legt seine Ränge nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten fest. Unter anderem über Links, eingehende und ausgehende. Also schaut Google nach, welche Seiten auf ein bestimmtes Blog verweisen. Diese Seiten werden wiederum nach Wichtigkeit kategorisiert. Je wichtiger die verweisende Seite, desto höher der Google-Rang.

Bleibt dem armen Blogger also nur zu hoffen, dass irgendjemand von einer gut eingestuften Internet-Domain auf das eigene Blog aufmerksam wird und einen Backlink legt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Aber nun entdecken manche Leute diese Hoffnung für verschiedene Aktionen. Zuerst war es hitflip.de mit seiner „Blogitzeljagd“. Ganz neu hinzugekommen ist nun das „Ehl&Ing Blog“. Die Aktion: Setze einen Backlink auf das Blog – was wir zum Beispiel mit diesem Beitrag tun -, dafür bekommst Du einen Backlink von einer Universitäts-Domain. Das ist ein dicker Fisch, denn die Domains von Universitäten werden gerade von Google als besonders vertrauenswürdig eingestuft.

Die Aktion könnte ein Erfolg werden. Die von der Seite netaufkleber.com erst vor kurzem veranstaltete Aktion, bei dem man für einen Eintrag im eigenen Blog einen Gratisaufkleber bekam, wurde bereits wieder beendet, weil sich so viele daran beteiligten. Leider wird im „Ehl&Ing Blog“ nicht verraten, um welche Uni es sich handelt, aber schon ergaben sich 152 Antworten im Zeitraum 9. März bis heute.

Wir schließen uns der Aktion einfach mal an. Da wir den Google-Rang unseres Blogs zum momentanten Zeitpunkt kennen, sind wir schon gespannt, und das auf zwei Dinge: a. als was sich die Aktion dann genau entpuppt, und b. ob sich unser Google-Rang ändert (und wenn ja, wie schnell).

Nachtrag: Wer sich dafür interessiert, der findet die Aktion hier!