ICN Links: BILDblog

Heute wollen wir anfangen, uns mit den Links zu befassen, die es auf unseren Seiten so gibt. Den Anfang macht eine Seite, die unter „ICN Internetmedien“ aufgeführt ist: BILDblog.de.

Über die Zeitung, um die sich dieses Blog dreht, muss eigentlich kein Wort mehr verloren werden. Noch immer ist es Deutschlands größte Tageszeitung, die seit 1952 erscheint. Günter Wallraff war unter falscher Identität als Reporter tätig, um ihre Methoden zu entlarven und schrieb mehrere Bücher darüber. Heinrich Böll verarbeitete den Sensationsjournalismus, für den diese Zeitung steht, in seinem Werk „Die verlorene Ehre der Katharina Blum„.

Seit damals hat die Welt sich stark gewandelt. Als neues Medium kam im Juni 2004 ein Blog hinzu, dessen Beiträge versuchen, mit den Veröffentlichtungen in der Zeitung Schritt zu halten. Den Anfang bildete am 6. Juni 2004 ein sehr kurzer Beitrag unter der Überschrift „Frage zum Anfang“: „Muss/darf man eigentlich irgendwelche Angehörigen einfach am Grab fotografieren?“ Seit damals wird unter die Lupe genommen, was da gedruckt (oder online gestellt) mit GROSSEN BUCHSTABEN verkündet wird, sei es, dass man die Angehörigen des ehemaligen Ministers Jürgen W. Möllemann zum Jahrestod seines Todes an dessen Grab fotografierte (worauf die oben genannte Frage Bezug nahm) oder wenn redaktionelle Beiträge sehr deutlich mit Werbung verbunden wurden. Schon am 30. Juli 2004, also knapp zwei Monate später, war BILDblog.de so beliebt geworden, dass man die Kommentarfunktion abschalten musste, weil die Bearbeitung der Kommentare sonst überhand genommen hätte. Zum Jubiläum gestalteten die Fans der Seite Werbepostkarten, die sich satirisch-kritisch mit dem Boulevard-Blatt auseinander setzten.

Einer der bisherigen Höhepunkte war der 8. Februar 2006, als die Moderatorin Charlotte Roche in der Harald-Schmidt-Show auftrat und dabei ein T-Shirt mit der Internetadresse www.bildblog.de trug. Damals waren die „Macher“ vom BILDblog selbst völlig überrascht, denn diese Aktion machte Charlotte Roche aus eigenem Antrieb, vermutlich wegen des Ärgers, den sie mit der großen Zeitung nach dem Tod ihrer Brüder hatte. Aber a propros „Macher“, wer sind die Leute hinter dem Blog eigentlich. Laut Selbstauskunft sind sie „eine Handvoll Journalisten, unterstützt von den zahllosen Hinweisgebern und Hinweisgeberinnen aus der Leserschaft. Verantwortlich für BILDblog sind die Medienjournalisten Stefan Niggemeier und Christoph Schultheis, die dafür die B-Blog GbR gegründet haben. Hinter BILDblog stehen keine anderen Unternehmen, keine Verlage, Parteien oder Organisationen.“

Rund 40.000 Besucher täglich lesen dieses „Watchblog“, das schon zu einem Zeitpunkt entstand, als die Initiatoren noch nicht einmal wussten, was ein „Watchblog“ überhaupt ist. Mit dem Erfolg kamen auch Auszeichnungen, der „Best of the Blogs Award“ der „Deutschen Welle“, der „Grimme Online Award“, der „Leuchtturm-Preis“ des „Netzwerk Recherche“ und den dritten Preis des LeadAward.

Alles dies ist – wie es sich gehört – aber kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Und so geht es weiter, Tag für Tag, wann immer eine neue Ausgabe der Zeitung mit den vier Buchstaben erscheint.

Das BILDblog: www.bildblog.de

Du Depp hast noch keine Wettaktien!

„Wie bitte?“

Das war meine erste Reaktion, als ich heute den Spam-Filter meiner eMail-Adresse kontrollierte. Eine Mail brüllte mir im Betreff entgegen: „Du Depp hast noch keine Wettaktien!“ Die Aussage stimmt insoweit, als dass ich keine Wettaktien habe. Warum auch? Doch was ist das für ein Tonfall? Glauben die allen Ernstes, dass ich durch eine Beleidigung dazu animiert werde, mir solche Aktien zuzulegen?

Oder ist das eine neue Masche? Sollte ich mir das für mein Buch auch einfallen lassen? eMails mit Betreffzeilen wie „Du Blödmann hast das Buch noch nicht gekauft“? Oder „Lies das, Idiot!“?

Nein, lieber nicht. Ich habe die Spammer und ihre Maschen noch nie verstanden. Da täglich einige der Mails kommen, in denen Potenzmittel, Antidepressiva oder günstige Hypotheken angeboten, müssen diese ja wohl auch einen gewissen Erfolg haben, soll heißen, jemand muss das Zeug doch kaufen. Ansonsten würden sie es ja nicht machen. Aber mich nerven diese Mails nur. Die Sache mit den Aktien ist etwas, das in letzter Zeit verstärkt aufkommt, wobei die ersten Mails so getan haben, als sei es ein seriöser Tipp, sozusagen Insiderwissen. Der neue aggressive Tonfall hat mich dann doch überrascht. Wer reagiert auf sowas?

Das Mysterium hat mir bisher keiner erklären können. Welchen Markt haben Produkte, die über Spam-Mails angeboten werden? Und ist es das wirklich wert, den Ruf der Firma zu ruinieren? Immerhin sind Firmen, die Spam versenden, nicht sonderlich geachtet – dachte ich jedenfalls. Erst vor kurzem wurde veröffentlicht, dass Spam-Mails 76,3 % am eMail-Verkehr ausmachen. Das muss man sich mal vorstellen, für jede „normale“ Mail, die man schreibt, werden durchschnittlich 3 Spam-Mails verschickt.

Ich persönlich wünsche mir Spam dahin zurück, wo her hergekommen: In einen Sketch von Monty Python. Daher: Statt Spam lieber „Monty Python’s Spamalot„!