Dietmar Schönherr gestorben

Der Schauspieler Dietmar Schönherr ist am heutigen 18. Juli 2014 88jährig verstorben. Der Science-Fiction-Fangemeinde ist er hauptsächlich wegen seiner Hauptrolle in der Serie „Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion“ bekannt, er galt aber daneben auch als Fernsehpionier, da er eine der ersten Talkshows im deutschen Fernsehen moderierte („Je später der Abend„) und mit der nicht ganz unumstrittenen Sendung „Wünsch Dir was“ eine der ersten „interaktiven“ Spielshows. Aus dieser Show hat sich sogar ein Satz in der alltäglichen Sprache eingebürgert: Mit „Der Kandidat hat [Zahl] Punkte.“ verkündete Schönherrs Assistentin und Ehefrau Vivi Bach den Spielstand.

Es gab ein paar Anläufe, die Serie „Raumpatrouille“ neu zu starten und die „Alt-Stars“ um Dietmar Schönherr quasi als die „Vorgänger-Generation“ mitspielen zu lassen, die den Staffel-Stab an eine neue Generation weitergibt. Daraus wurde jedoch nichts. Lediglich der Zusammenschnitt „Raumpatrouille Orion – Rücksturz ins Kino“ aus den alten Folgen fand seinen Weg ins Kino.

Fragen, die wir stellen müssen: Benedict Cumberbatch bezieht Stellung

Ich persönlich finde Benedict Cumberbatch einen tollen Schauspieler. Mit gefällt „Sherlock“ und mir gefällt seine Darstellung von Khan in „STAR TREK Into Darkness“. Doch nun hat er bei mir noch mehr Punkte gesammelt: Als er nach einem Drehtag auf die Straße tritt und auf die wartenden Reporter trifft, hält er Zettel in die Kameras, in denen er seine Ablehnung dessen, was die britische und amerikanische Regierung da treiben, zum Ausdruck bringt. Hier sind Tweets mit Bildern:

Irgendwie habe ich gerade einen Filmtitel im Kopf: „Sherlock Holmes gegen James Bond“…

Ernest Borgnine im Alter von 95 Jahren gestorben

Da bereitet man gerade einen Bericht über einen Film vor, in dem Ernest Borgine eine nicht unwesentliche Rolle gespielt hat, und dann das: der aus „Verdammt in alle Ewigkeit“ und „Airwolf“ bekannte Schauspieler ist am 8. Juli 2012 an den Folgen eines Nierenversagens gestorben.

Mehr darüber gibt es hier nachzulesen.

Nun, dann wird der Bericht über „Das Schwarze Loch“ wohl auch zum Teil ein Nachruf werden…

Die Hochzeit des Jahrzehnts des Jahrhunderts des Jahrtausends: Clinton

Wer mich kennt, weiß, dass ich Monarchie gegenüber sehr skeptisch eingestellt bin. Ich sehe nun mal nicht ein, warum ein Mensch automatisch ein Staats- oder Landesoberhaupt (oder einer ähnlichen Position) sein soll, nur weil er zufällig in diese oder jene Familie reingeboren wurde. Die Tatsache, dass die mittlerweile verstorbene Königinmutter von England am gleichen Tag Geburtstag hatte wie ich, war eigentlich das einzige, das mich mit der Monarchie verband. Ansonsten sehe ich das Gewese, dass um die Nachfahren der einstmals mächtigen Aristokraten ausgerechnet in Demokratien gemacht wird, sehr sehr skeptisch.

Amerika hat’s da besser. Die haben sich rechtzeitig vom König von England losgesagt und hatten nie eine Monarchie. Oh, Moment. Das heißt aber nicht, dass sie deswegen nichts „Monarchieähnliches“ hätten. Die Hochzeit von Chelsea Clinton beweist das. Deren Hochzeit scheint in den USA deswegen etwas Wichtiges zu sein, weil die Hauptleistung von Chelsea Clinton darin zu bestehen scheint, Tochter ihres Vaters William „Bill“ Clinton zu sein – dem ehemaligen Präsidenten der USA. Die Nachrichtensendungen in den USA drehten deswegen durch, ähnlich wie bei uns in Europa, wenn mal wieder irgendein (Möchtegern-)Aristokrat mit dem mittlerweile fünften Partner den „Bund fürs Leben“ eingeht. John Steward von der „Daily Show“ gibt einen sehr guten Überblick:

The Daily Show With Jon StewartMon – Thurs 11p / 10c
Wedding of the Decade of the Century of the Millennium
www.thedailyshow.com
Daily Show Full EpisodesPolitical HumorTea Party

In dem Film „Die nackte Kanone“ sagt die Hauptfigur Frank Drebbin über den bevorstehenden Besuch der Königin von England: „Wie albern und verblödet uns der Gedanke, eine Königin zu haben, auch vorkommen mag, als Amerikaner müssen wir gute Gastgeber sein.“ Nein, eine Königin haben sie nicht. Aber sowas ähnliches. Sozusagen eine Surrogat-Monarchie.

ICH

„Ein Mensch schaut in der Zeit zurück. Und sieht: Sein Unglück war sein Glück.“
(Eugen Roth)

Genau zur selbigen Minute, da dieser Artikel im „Star Command Communiqué“ erscheint, geschah exakt 40 Jahre zuvor etwas, das mein Leben persönlich sehr stark beeinflusst hat. Am 4. August 1970, genau um 12.30 Uhr nämlich griff ein Arzt im städtischen Krankenhaus in Diez an der Lahn zur Schere und durchtrennte die Nabelschnur, die mich mit meiner Mutter verband. Dem Gesetz nach war ich damit als „geboren“ anzusehen. Und der geneigte Leser mag mir daher die kleine Eitelkeit nachsehen, wenn ich an diesem Tag ein paar Artikel schreibe, die sich nur um eines drehen: MICH. Falls Ihnen das nicht gefällt… tja, das ist wie mit dem Fernsehen. Keiner muss sich das hier antun.

Mit meiner Geburt zu dieser Stunde an diesem Tag war mein Sternzeichen ein Löwe der zweiten Dekade. Löwen sagt man nach, sie ordnen sich nicht gern unter, sind freiheitsliebend und eigenständig. Und Löwen der zweiten Dekade würden mit unangenehmen Situationen besser fertig. Einen Aszendenten gibt es auch noch, der ist Skorpion. Idealismus sagt man ihm nach, eisernen Willen und ein großes Verlangen, neue Aspekte des Daseins zu ergründen und zu neuen Grenzen vorzustoßen. Im chinesischen Horoskop, das ja keinen monatlichen, sondern einen jährlichen Wechsel der Sternzeichen kennt, bin ich unter dem Sternzeichen Hund geboren, was meine manchmal zutage tretende innere Zerrissenheit erklären würde, denn mit Hunden kann ich im echten Leben nicht viel anfangen. Das Sternzeichen Hund jedoch verbindet man mit allerlei positiven Eigenschaften, Treue, Gutherzigkeit, Streben nach Gerechtigkeit – und immer viele Vorhaben, die den Geist beschäftigen.

Aber wer bin ich wirklich? Viele Menschen in meinem Leben haben viel Zeit und Energie dafür aufgewendet, mir heftigst zu versichern, was ich alles nicht bin, beziehungsweise wo ich überall nicht hingehöre, dabei aber versäumten zu begründen, was ich denn dann bin und wo ich hingehöre. Nun, am heutigen Tag ist es mir ein kleines Vergnügen (um nicht zu sagen, ein „innerer Reichsparteitag“ oder ein „innerer Vorbeimarsch“), jenen Damen und Herren ins Gesicht zu sagen: Ihr habt Euch geirrt! Eure Versuche, mich in eine Schublade zu stecken, sind gescheitert. So einfach bin ich nämlich nicht. Ihr habt es Euch nur einfach gemacht. Ich werde mich mal auf meine eigenen Spuren begeben, aber leider, so fürchte ich, wird dieser Artikel genauso verworren werden, wie manchmal meine Gedankengänge, darum bitte ich um Nachsicht – es ist keine Chronologie, nur eine Reflektion.

„Fear that no one will be willing
To see me as I know I really am.
Once they are counted and compelled,
They can quickly be dispelled.
Like figments of my own imagination.“
(Jerry Juhl: „Fears of Zero“, written for „The Muppet Show“)

Auf meinem Lebensweg bekam ich einiges wichtiges Werkzeug mit, das mir oft geholfen hat. So wurde zum Beispiel mein Denken nicht eingeschränkt, weder im Wissen, noch in der Kreativität. Ich lernte, dass es erlaubt ist, Fragen zu stellen, wenn man etwas nicht weiß und dass es gut ist, eine weitreichende Allgemeinbildung zu haben. Und wenn man etwas nicht weiß, ist das nicht unbedingt eine Schande (außer manchmal vielleicht 🙂 ), aber dann sollte man wenigstens wissen, wo man nachschauen kann. Tatsächlich besitze ich noch heute eine große, mehrbändige Ausgabe des „Großen Brockhaus“, die neben vielen anderen Büchern eine Zierde meiner persönlichen Bibliothek ist. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich mich gern schnell mal aus der Wikipedia informiere.

Bevor ich jedoch auf die Bücher eingehe, muss ich über die Comics sprechen. Mit denen kam ich schon sehr früh in Kontakt. Noch bevor ich lesen konnte, waren die Bildergeschichten für mich teilweise sogar zu verstehen, erst recht, nachdem man sie mir einmal „vorgelesen“ hatte. So lernte ich meine ersten Kindheitshelden kennen:

Asterix der Gallier - bei AMAZON.de
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Der erste Held in der Reihe ist ASTERIX. Natürlich hatte ich anfangs kein Auge für die vielen Anspielungen oder die bekannten Personen, die alle als Comicfiguren in den Geschichten auftauchten, aber die Geschichte um die gallischen Kelten, die um das Jahr 50 vor Christus gegen die Römer aufbegehren, hatten es mir angetan. Und offenbar hatte man damals noch mehr Humor als heute, denn niemand verstieg sich zu der schlagzeilenträchtigen Aussage, Goscinny und Uderzo, die „Väter“ von Asterix, würden mit ihrem Comic Geschichtsverfälschung betreiben (zumindest hätte ich das nicht mitbekommen). Heute wäre das vermutlich eher möglich, wenn ein selbsternannter Experte den Wunsch hegte, seine Nase in eine Fernsehkamera zu halten oder in den Zeitungen groß rauszukommen. Andererseits war Asterix da auch das genaue Gegenteil, denn um alle Anspielungen zu verstehen, musste man die „echte“ Geschichte einigermaßen kennen, etwa wenn Gaius Julius Cäsar seinen Ziehsohn Brutus ermahnt, er solle nicht ständig mit dem Messer herumspielen oder er ihn mit den Worten „Et tu, quoque fili Brute.“ dazu auffordert, in den Applaus der Massen einzustimmen (beides Anspielungen auf die Verschwörung, Cäsar zu ermorden).

Lucky Luke - bei AMAZON.de
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Ein weiterer Held war und ist LUCKY LUKE, auch wenn ich sonst kein sonderlicher Western-Fan bin. Seit ich lesen kann, frage ich mich, wie wohl die Melodie von „I’m a poor lonesome Cowboy“, das Lied, das Luke immer am Ende jeder Geschichte singt, geht. Ich habe es bis heute nicht herausgefunden. Und ich war entsetzt, als ich herausfand, dass die Franzosen seinen Namen „Lüki Lück“ aussprechen. Das klingt irgendwie wie der kleine Bruder von Ingolf Lück. Nicht dass das was schlechtes wäre, aber der Name ist Englisch. Sollte man ihn dann nicht auch so aussprechen? Offenbar brechen sich aber nur die Deutschen lieber die Zunge ab, um Eigennamen in den Sprachregeln des jeweiligen Herkunftslandes auszusprechen, als den Namen falsch auszusprechen.

Tim und Struppi: Flug 714 nach Sydney - bei AMAZON.de
Tim und Struppi: Flug 714 nach Sydney - bei AMAZON.de

Natürlich nicht zu vergessen: TIM UND STRUPPI, denen ich in diesem Blog schon eine ganze Artikelreihe gewidmet habe. Der furchtlose Reporter weckte in mir den Wunsch, auch etwas in der Art zu machen. Ein bisschen „reingeschnuppert“ habe ich dann in den Bereich „Journalismus“ – aber nur, indem ich an der Schülerzeitung mitgearbeitet habe. Die Frage nach meinem Lieblingsband von Tims Abenteuern ist nicht ganz einfach zu beantworten, eigentlich sind es mehrere. Müsste ich mich aber definitiv für eins entscheiden, so wäre das „Flug 714 nach Sydney“ (auch wenn ich sonst eher die doppelbändigen Abenteuer vorziehe). Der Grund ist sehr persönlich: das Album bekam ich, als ich krank war und im Bett lag. Gleichzeitig verlor ich noch dazu einen Milchzahn. Ich habe die Geschichte immer und immer wieder gelesen, dadurch ist sie mir besonders gegenwärtig geblieben.

Durch diese Comichelden habe ich einen Teil des Ansporns erfahren, eigene Geschichten zu entwickeln. Ich möchte ihn als den positiven Teil der Inspiration bezeichnen, denn es gab auch einen negativen Teil. Der positive Teil motivierte mich, mir zu sagen: „Solche Geschichten möchte ich auch schreiben.“ Der negative Teil brachte mich zu den Gedanken: „So gefällt mir das nicht – ich möchte andere Geschichten!“ Darüber habe ich schon mal vor vier Jahren einen kleinen Artikel geschrieben, es geht um das Disneyversum, dessen Eindrücke bei mir nicht immer positiv waren. Diese Eindrücke können Sie hier nachlesen.

YPS Nr. 201 / (c) by Gruner & Jahr
YPS Nr. 201 / (c) by Gruner & Jahr

Ich habe nachgerechnet und es war Sommer 1979, als ich in den Ferien Bekanntschaft mit einer Zeitschrift machen durfte, die mich danach einige Jahre begleitete: YPS. Es war die Ausgabe Nr. 201, ich hatte damit das Jubiläum um eine Woche verpasst, aber das machte nichts. Das Konzept dieser Zeitschrift traf genau meinen Nerv, neben Comics auch von meinen Kindheitshelden gab es das wöchentliche „Gimmick“, eine Beilage, mit der man sich in den meisten Fällen genau auseinandersetzen musste. Oft wurde dem Leser damit irgendetwas Nahe gebracht, das mit Naturwissenschaften zu tun hatte oder sein Augenmerk auf etwas gerichtet, zum Beispiel wenn ein Zaubertrick erklärt wurde. Ich – und Millionen andere – fand das sehr spannend. Irgendwann habe ich zwar aufgehört, die Zeitschrift zu lesen, würde es aber immer noch spannend finden. Leider scheint sich das Konzept mittlerweile überlebt zu haben, YPS wurde vor ein paar Jahren eingestellt. Ein Neustart unter der Regie von Ehapa (die eigentlich die Disney-Produkte und Asterix herausbringen) brachte auch nicht den gewünschten Erfolg. Auch über YPS und seinen Einfluss auf mich habe ich vor vier Jahren schon einmal einen Artikel geschrieben, der etwas ausführlicher ist als dieser Absatz. Sie finden ihn an dieser Stelle. Die Eindrücke von YPS wirken noch nach, in den Blogs des Projekts sind sie unter anderem an den Tagen zu merken, an denen bestimmte Artikel erscheinen – sie sind an den Wochentagen orientiert, an denen das neue Heft erschien (auch wenn diese hin und wieder mal wechselten).

Damit zurück zu meiner Bibliothek. Als ich klein war, konnte ich es kaum erwarten, endlich lesen und schreiben lernen zu können. Lesen wollte ich unbedingt selber können, um mich mit den vielen Büchern, die es so gab, beschäftigen zu können. Und schreiben, damit ich meiner Kreativität freien Lauf lassen konnte. Zwar zeichnete ich schon sehr viel vor der Schule (Bildergeschichten ohne Text), aber ich wollte mir Geschichten ausdenken und sie aufschreiben, damit andere sie lesen können. Das Zeichnen habe ich noch lange Zeit weiter verfolgt, aber so wirklich ein Talent von mir war es nicht. Aber Geschichten schreiben, das ging dann schon besser. Man sagt, wer schreibt, der muss auch viel lesen, und das beherzigte ich, ohne diesen Spruch zu kennen. Schon immer war es sehr durchmischt, was ich las, von Jugendbüchern (wie etwa „Die drei ???“) bis zu Wissensbüchern. Und natürlich dem ersten Jugendlexikon, das ich geschenkt bekam. Schließlich bekam ich sogar eine eigene Schreibmaschine, nachdem ich die meiner Großeltern ständig belagerte. Und so entstanden die ersten Geschichten – in leserlicher Form. Das kam mir noch zu gute, denn schließlich arbeitete ich an der Schülerzeitung meiner Schule mit.

Inspiration für eigene Geschichten fand ich in meiner unmittelbaren Umgebung. Geboren bin ich zwar in Diez, aber im Alter von zwei Jahren kam ich an den Bodensee, genauer gesagt, nach Überlingen. Und das hat sich bei mir festgesetzt, das ist meine Heimat. Eine Stadt, nicht zu groß, mit viel grün und dem Bodensee. An unzähligen Nachmittagen bei vielen Streifzügen in die Umgebung entstanden die Grundlagen und ersten Versionen von Geschichten, die sehr viel später in ganz anderer Form zu Papier gebracht werden sollten, sei es als Science Fiction oder als Science Fantasy.

Wenn ich doch nur gewusst hätte, was sich aus so manchen Dingen einmal entwickeln würde… In den Sommern beispielsweise war ich Dauergast im „Strandbad West“ oder „Westbad“ in Überlingen. Fasziniert vom Element Wasser brachte ich mir selbst mit Hilfe einer anderen Jugendzeitschrift das Schnorcheln bei und stellte mir vor, wie das wohl ist, mit „richtigem“ Gerät zu tauchen. Die Faszination verließ mich nie, aber wie ich sagte, ich konnte damals weder ahnen, dass ich irgendwann die Chance bekommen würde, das Gerätetauchen wirklich auszuprobieren, noch absehen, was sich daraus entwickeln würde.

„To dream the impossible Dream…
To reach the unreachable Star…
This my Quest!
I follow that Star!
No matter how hopeless.
No matter how far.“
(Joe Darion: „The Impossible Dream“ from the Musical „The Man of LaMancha“)

So sehr ich in meinem Leben etwas machen wollte, bei dem ich meine Kreativität ausspielen konnte, so wusste ich doch, dass ich (zumindest vorerst) auch etwas tun musste, von dem ich leben kann. Verschiedene Interessen entwickelte ich neben dem Schreiben. Da wir in meiner Kindheit nahe am Krankenhaus wohnten und immer mitbekamen, wenn dort der Rettungshubschrauber landete, flammte in mir für eine gewisse Zeit der Wunsch auf, zum Rettungsdienst zu gehen. Aber wie das so ist in der Kindheit, Berufswünsche kommen und gehen, und so geriet der bald in den Hintergrund. Aber Computer programmieren, das konnte ich richtig gut. Das war etwas, wo ich meine Kreativität ausspielen konnte. Und obwohl ich nie das besondere Genie in Mathematik war, stellte sich so langsam heraus, dass mir auch das Kaufmännische lag, so wie die Physik und Sprachen. Letzteres kam mir besonders zugute, als ich anfing, Freundschaften rund um den Globus zu schließen über eine Jugendorganisation aus Finnland. Ein paar der Freundschaften von damals bestehen heute immer noch, und diese Menschen sind quasi zusammen mit mir durch die verschiedensten Phasen des Lebens gegangen, und ich mit ihnen.

Das nächste war, wie schon gesagt, die Berufswahl. Ich versucht, im Computersektor Fuß zu fassen, was mir nicht ganz gelang. Computer, das bedeutete schon wieder Mathematik. Beim Programmieren hatte ich bis dahin meine latente Matheschwäche durch meine Kreativität ausgleichen können, doch im Berufsleben reichte das nicht mehr. Meine Kreativität verlangte ab und zu eine Pause zu machen. Das konnte ich im Büro nicht, genauso wenig wie ich auf Knopfdruck kreativ sein konnte. Datenverarbeitungskaufmann hatte ich werden wollen, den Ausbildungsplatz hatte ich erst auf den zweiten Anlauf bekommen. Dann musste ich erkennen, dass es ein Irrweg war, zumindest auf diese Weise. Aber was sollte ich stattdessen tun. Ich hatte eine Idee, die eine Art „kreative Pause“ im Berufsleben bedeuten würde: Ich musste den Zivildienst noch machen. Da ich über eine Freundin Kontakt zum Roten Kreuz bekommen hatte, wollte ich mir das mal ansehen. Naturwissenschaften, darunter auch die Medizin, hatte ich ja auch schon immer spannend gefunden, vielleicht würde ich hier fündig werden.

Allein mein damaliger Chef war nicht begeistert. Er hielt mir eine Standpauke, ich hätte eine „Identitätskrise“ und solle mir das nochmal überlegen. Mit seiner Rede hatte er das genau Gegenteil von dem erreicht, was er erreichen wollte. Wenn überhaupt, dann hätte ich jemanden gebraucht, der mich und meine Bedenken ernst nimmt. Mein Chef hingegen hatte mich wie einen dummen Schuljungen behandelt, der keine Ahnung hat. Und ich hasse es, wenn ich nicht ernst genommen werde. Ich war zwar erst 20, aber ich hatte mir sehr wohl sehr genaue Gedanken gemacht. Die Ignoranz, mit der dies weg gewischt wurde, machte mir meine Kündigung umso einfacher. Es war sowieso paradox, erst wollte man mich nicht einstellen – und dann wollte man mich nicht gehen lassen? Obwohl ich oben von „Irrweg“ sprach, so stellte sich im Nachhinein heraus, dass es kein Fehler gewesen war, diesen Weg einzuschlagen. Zwar mag dieser Beruf nichts für mich gewesen sein, aber dadurch lernte ich Programmieren und den Umgang mit Computern und ihrer Software. Heute kommt mir das zugute, gerade bei der Gestaltung der Webseiten von meinen Projekten.

„Maskenball! Kunterbunter Mummenschanz!
Maskenball! Niemand ist der, für den ihn alle halten!“
(Andrew Lloyd Webber: „Maskenball (Masquerade)“ aus dem Musical „Das Phantom der Oper“)

Ich ging also in den Zivildienst, den ich beim Rettungsdienst ableistete. Ein Beruf, der nicht einfach ist, vor allem nicht in diesen Zeiten, aber es war etwas, das mich schon immer fasziniert hat. Ein glückliches Geschick verhalf mir dann dazu, die Ausbildung in dem erst relativ kurz zuvor neu geschaffenen Berufsbild „Rettungsassistent“ machen zu können. Meine Karriere verlief recht wechselhaft, auch wenn ich auf diese Weise einige wertvolle Erfahrungen sammeln konnte, hätte manches nicht sein müssen. Manches Mal war es einfach nur ein Kampf.

Aber auf der anderen Seite habe ich durch diesem Beruf die Bekanntschaft von Menschen machen dürfen, die mir mittlerweile sehr teuer geworden sind.  Und auch einige von ihnen begleiten mich mittlerweile eine lange Zeit.

Meine andere Leidenschaft, das Schreiben, habe ich dabei immer weiter betrieben. Im August 1985 formulierte ich den ersten Satz von etwas, das mich seither nicht mehr so wirklich loslassen würde, auch wenn ich es mehrfach änderte und neu schrieb. Ich hatte dabei eine große Idee im Kopf, von der ich lange Zeit nicht wusste, wie ich sie umsetzen sollte. Doch meine Leidenschaft für „Star Trek“, die wieder entflammt war, nachdem ich ausgerechnet den so gescholtenen Film „Star Trek 5 – Am Rande des Universums“ gesehen hatte, sollte mir hier helfen. Natürlich kaufte ich mir den einen oder anderen Fanartikel. Dabei war ein Kochbuch, das mich neugierig gemacht hatte, „Rezepte durch Raum und Zeit“. Herausgegeben worden war das Buch von einem Fanclub, der einer internationalen Fan-Organisation angehörte. Diese Organisation hatte Niederlassungen in vielen Ländern über die ganze Erde verteilt. Das Konzept gefiel mir, denn die Clubs aus den verschiedenen Orten hatten sich sozialen Projekten verschrieben, kamen zu überregionalen Treffs und brachten teilweise auch Fan-Fiction heraus. In dem Kochbuch fand sich ein Formular, dass man sich bei der Organsation anmelden konnte. Ich tat das – und siehe da, der deutsche Club war bei mir in relativer Nähe, in Tübingen. Sie nannten – und nennen – sich USS EUROPE. Ich fand neue Freunde, sehr viel Kreativität – und lernte meine erste Freundin kennen.

Dann ging ich auf eine Star-Trek-Convention und kam dort in Kontakt mit einer Live-Rollenspiel-Gruppe aus München. Wieder etwas, das ich spannend fand, den Rollenspiele kannte ich schon vorher – allerdings in Bücherform, und dass man sie an einem Tisch spielte. Live-Rollenspiel bedeutete, sich eine Rolle wirklich zu eigen zu machen und die Figur, die man darstellte, entsprechend auszurüsten. Es war eine sehr spannende Zeit. Beim Rollenspiel, also wenn man spontan „jemand anders“ darstellen muss, erfährt man sehr viel über sich selbst. Und nach der Science Fiction war ich auch bei ein paar Fantasy-Spielen. Und nein, das sind keine Verrückten, nur sehr kreative Menschen, die ab und zu mal eine „Auszeit vom ‚Ich'“ nehmen, was sehr entspannend sein kann.

Die Impulse, die ich in der Zeit erfuhr, gaben meinen eigenen Ideen und dem eigenen Projekt, das ich weiter aufzubauen versuchte, neuen Auftrieb. Das Projekt hatte ich schon 1987 begonnen mit ein paar Freunden zusammen, wir wollten einen Film machen und fingen auch mit Dreharbeiten an – damals noch auf Super 8. Doch die Zeit war leider denkbar schlecht, denn Ende der 1980er Jahre war für uns die Zeit des Schulendes, Schulwechsels, des Beginns von Ausbildung und Studium. Mein damaliger Freundeskreis brach auseinander und der Film wurde nicht fertig gestellt. Das Filmen als Hobby blieb mir aber erhalten. Mit der EUROPE gab es schließlich einen neuen Film, bei der Rollenspielgruppe wirkte ich sogar in insgesamt sechs mit. Doch nach zehn Jahren trennten sich meine Wege von der Gruppe, was einen persönlichen Hintergrund hatte. Nichtsdestotrotz, es war eine tolle Zeit und ich habe auch hier wieder viele neue, interessante Menschen kennenlernen dürfen.

Durch meine Arbeit für die Gruppe konnte ich meinen Schreibstil weiter ausbauen. Carsten, der an diesem Blog ebenfalls mitschreibt, und den ich dort kennenlernen durfte, empfahl mir das eine oder ander Buch dazu, was mir sehr geholfen hat. Nachdem er ein eigenes Projekt auf die Beine gestellt hatte, wurde ich zeitenweise zum „Rust-Ausflugs-Beauftragten“ ernannt. Das hatte damit etwas zu tun, dass ich seit Anfang der 1990er Jahre ein regelmäßiger Besucher des Europa-Parks in Rust bin. Der Park fasziniert mich immer wieder und meine Begeisterung sorgte sogar dafür, dass 2005 der Grundstein für die „ErlebnisPostille“ gelegt wurde. Es ist einer der Orte, von dem ich mich immer wieder gern inspirieren lasse, und wenn Sie meine Geschichten aufmerksam lesen, werden Sie feststellen, dass ich dort die eine oder andere Anspielung versteckt habe. Oder zum Beispiel, dass in den Blogs vom „Phantastischen Projekt“ die „getimten“ Artikel immer um 9.00 Uhr früh erscheinen, hängt auch mit dem Europa-Park zusammen: um 9.00 Uhr öffnet er in der Hauptsaison seine Pforten. Ja, es ist schon besonderes Verhältnis zum Europa-Park.  Aber das ist eine andere Geschichte und soll an einem anderen Ort erzählt werden.

“Was für merkwürdige Dinge erlebt man doch auf Reisen, und wie viel gescheiter wäre es, man bliebe daheim!”
Voltaire

August 1979
August 1979

In der „ErlebnisPostille“ geht es aber nicht ausschließlich nur um den Europa-Park, sondern um das Erleben und Reisen an sich. Gereist bin ich auch schon immer gern, egal, ob es sich um Tagesausflüge oder einen Urlaub handelt. Ich fand es interessant, neue Orte und Kulturen kennenzulernen, auch wenn ich den „absoluten“ Lieblingsort (vom Europa-Park mal abgesehen) bisher noch nicht gefunden habe. Allein in der Bodensee-Region gibt es sehr viel zu sehen. Wegen meiner Begeisterung bekam ich zum 9. Geburtstag den ersten Fotoapparat, eine so genannte „Pocket Kamera“ geschenkt. Ein für heutige Verhältnisse einfaches Gerät, aber es genügte mir. Von da an war die Kamera mein ständiger Reisebegleiter, auch wenn sie irgendwann den Geist aufgab (was Kameras der einfachen Machart von Zeit zu Zeit zu tun pflegen, vor allem, wenn sie ständig in irgendwelchen Taschen mitgenommen wurden) und dann ein Nachfolger hermusste. Meine (jeweils aktuelle) Kamera begleitete mich quer durch die Republik, vom Bodensee bis an die Nordsee, nach Österreich, in die Schweiz, Frankreich… und so weiter. Reisen kann ebenfalls sehr inspirierend sein, auch der Vorgang des „Reisens an sich“, also des Fortbewegen von einem Ort zum andern. Ich bin eigentlich immer ganz gern mit dem Zug gefahren, aber heute komme ich kaum noch dazu. Wenn man mal davon absieht, dass ich zurzeit in einer Stadt wohne, die man mit Gewalt vom Eisenbahn-Netz abgetrennt hat und mit „Zugfahren“ hier nicht mehr sehr viel los ist.

Einen weiteren spannenden Ort durfte ich Mitte der 1990er Jahre entdecken, diesmal allerdings in den Niederlanden. Ich hatte von der Ferienparkkette „Center Parcs“ erfahren, deren Name daher kommt, dass es sich um Bungalowparks handelt, die rund um ein Zentrum angeordnet sind. In dem Zentrum hat jeder Park sein eigenes Schwimmbad, zu dem man während des gesamten Aufenthalts kostenlosen Zutritt hat. Für jemanden wie mich ideal – und für meine damalige Freundin ebenso, also statteten wir dem Park „Het Heijderbos“ nahe der Niederländisch-Deutschen Grenze einen Besuch ab. Auch das war ein Besuch, der einiges nach sich zog und schließlich zu einer weiteren Webseite des „Phantastischen Projekts“ führte. Aber auch das ist eine ganz andere Geschichte und soll an einem anderen Ort erzählt werden.

Dann hatte das neue Jahrtausend begonnen. Die Computer sind wider alle Panikmache nicht am 01.01.2000 abgestürzt, um die Welt in ein Chaos zu stürzen, nein, es ging munter weiter. 2000 wurde ich 30, und offenbar hatte das Schicksal / das Leben / wer auch immer beschlossen, mir das vor Augen zu führen. Als ich am morgen meines 30. Geburtstag aufwachte, war alles noch normal. Dann richtete ich mich auf – mein Rücken knackste. Au! Ich ließ die Beine aus dem Bett hängen – meine Hüfte knackste. Au! Dann stand ich auf – mein Knie knackste. Au! Drei „Knackser“, bis ich aufgestanden war, einer für jedes Jahrzehnt. Ich fing kurz nach der Jahrtausendwende mit dem Schreiben des ersten Blogs an (Sie lesen gerade darin) und brachte meine ersten beiden Bücher heraus, mit denen ich versuchte, das Konzept, das ich schon seit Jahren im Kopf entworfen hatte, teilweise zu verwirklichen. Sie waren nach den Filmen der Rollenspielgruppe geschrieben und ich versucht, eine übergreifende Rahmenhandlung einzubauen. Leider hatte sich das alles erledigt, als ich mich von der Gruppe trennte. Aber das eigene Konzept, das nahm schließlich Formen an, und so erschien der erste Science-Fantasy-Roman, der die Grundlagen für dieses neue Universum bilden sollte. In der zweiten Auflage schließlich hatte er die Form, die mir gefiel und in der er bleiben konnte. Diese Roman-Reihe sollte hin zu den Science-Fiction-Geschichten führen, die ich zuvor schon geschrieben hatte.

„Sapere aude!“ – Horaz

Last but not least wollte ich das alles irgendwie zusammenbringen, denn wie man sieht, hängt auch alles irgendwie zusammen. So eine Art „Dach“ über das ganze, damit sich die Leser einen Überblick verschaffen können. Doch zwischen 2006 und 2008 verlief mein Leben ein wenig turbulent, ganz besonders 2007. Dafür begannen 2008 einige Entwicklungen, die sich später positiv Auswirken sollten. Ich fand endlich das „Dach“, nach dem ich gesucht hatte, die Webseite vom „Phantastischen Projekt„. Angefangen hatte es mit einer einfachen Seite bei AOL (der „Basis Atlantis“), dann enstanden nacheinander „Star Command“ und „Astrocohors„, dann die ganzen anderen Seiten. Und 2008 die Übersicht.

Außerdem führte eine Reise Ende des Jahres nach Ägypten, El Gouna, um genau zu sein. Auf eine ziemlich spontane Idee meiner Reisebegleiterin hin machten wir einen „kleinen Tauchschein“ an der Tauchbasis unseres Hotels. Und auch das zog ganz schön was nach sich, das wir damals noch gar nicht so überblicken konnten. Mit dem Tauchschein hatte ich mir einen Wunsch erfüllt, den ich im Grunde schon lange hatte. Aber auch das ist eine andere Geschichte, und soll an einem anderen Ort erzählt werden.

Facebook
Facebook

Das neue Hobby brachte ganz neue Freundschaften mit sich, die ich heute auch nicht mehr missen möchte. Es brachte unheimlich Bewegung in mein Leben. Wiederum neue Inspiration.

Und heute werde ich 40.

Jetzt, da ich zurückblicke, kann ich tatsächlich sagen, dass ich alles das gebrauchen kann, was ich mal gelernt habe, das Programmieren, das Fotografieren, das Filmen, Schreiben, Kreativ sein, die Notfallmedizin… Neue Herausforderungen warten auf mich, und ich bin schon ganz gespannt. Zurückblickend würde ich sagen, dass es nicht immer einfach war, aber irgendwie möchte ich es auch nicht anders haben. Ich weiß nicht, ob eine persönliche „alternative Zeitlinie“ so viel besser wäre als das, was ich jetzt habe.

Außerdem sagt Facebook, dass ich mindestens 4 Menschen gefalle. Das ist doch auch schon mal was. 🙂

Phantastische Seiten: Summertime Parcs – die Ferienpark-Seite

Und noch eine Seite aus dem Rund des „Phantastischen Projekts“, „Summertime Parcs“. Die Seite begann ebenfalls ganz bescheiden als kleines Forum, das mit einem Blog kombiniert wurde. Dabei ging es darum, dass sich Ferienpark-Fans untereinander austauschen können. Und am Anfang beschränkte sich das auf eine Ferienparkkette. Im Lauf der Zeit ist die Seite gewachsen, mehr Ferienparks und Möglichkeiten kamen dazu. Heute hat die Seite eine eigene Domain und verfügt über mehrere Abteilungen, mehrere Foren und ein Blog, in dem immer die neuesten Entwicklungen in Punkto „Ferienparks“ veröffentlicht werden. Die Seite findet sich unter www.summertimeparcs.de.

Phantastische Seiten: EP-Blog – das Reiseblog

Die Geschichte der Menschheit ist eng verknüpft mit dem Reisen. Der Mensch hat sich auf der Erde verbreitet, weil er andere Regionen sehen wollte und dorthin reiste. Auch heute noch spüren viele Menschen in sich den Drang, mehr von der Welt sehen zu wollen. Und Geschichten, die auf einer Reise basieren (wie etwa J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“) üben eine besondere Faszination aus. Reisen bildet, sagt man, und das stimmt sicherlich – vorausgesetzt, man ist dem Reiseziel gegenüber aufgeschlossen und definiert es nicht an den Dingen, die nicht so sind wie zu Hause.

Bevor ich detailierter über das Reisen schrieb, unterhielt ich bereits eine Webseite mit einem Thema, das lokal beschränkt war, aber langsam begann, sich auszuweiten, von der Ortschaft Rust auf den Schwarzwald und die Bodensee-Region. Die endgültige Idee zu dieser Webseite begann, wie sollte es anders sein, sich auf einer Reise zu formen. Einer sehr angenehmen Reise, muss an dieser Stelle noch hinzugefügt werden, die meine Reisebegleiterin und mich nach Ägypten führte, wo sich unser Hotel als absoluter Glücksgriff erwies und wir uns beide einig waren, dass wir einen rundum gelungenen Urlaub miteinander verbracht haben. Während unserer zahlreichen Unterhaltungen in diesem Urlaub sprachen wir über viele Dinge, über das Land, die Reise, und Dinge, die wir erlebt hatten.

Die Gedanken und Ideen kamen zusammen, nachdem wir wieder in Deutschland waren. Die im „Phantastischen Projekt“ bereits vorhandene SPACE-CRUISE-Webseite sollte ergänzt werden. Aber Reiseberichte auf statischen Webseiten hatten einen Nachteil: Es war alles nicht so ganz einfach, neue einzufügen und alte zu ergänzen. Schon gar nicht, wenn mehrere Leute daran arbeiten sollten. Aber sowas ähnliches hatte ich schon mal begonnen: Das EP-Blog. Während ich noch überlegte, wie man dieses würde in das Space-Cruise-Projekt integrieren können, sprach mich meine Reisebegleiterin an. Sie reiste selbst sehr gern und war schon viel herumgekommen. Nun fragte sie mich, ob es möglich wäre, an diesem Projekt mitzuarbeiten. Das gab den letzten Ausschlag. Zwischen Februar und April 2009 wurde die Integration vollzogen.

Das EP-Blog  berichtet heute unter www.ep-blog.de über das Reisen und die vielen sehenswerten Orte auf unserem Planeten. Sie können sich über Reiseziele, Regionen, Unterkünfte, Aktivitäten für Ihren Urlaub erkunden und ihren Aufenthalt gleich planen und buchen. Und in Zukunft erfahren Sie in regelmäßigen Abständen über neues vom EP-Blog auch hier im Communiqué.

Phantastische Seiten: Flat Flute Divers – das etwas andere Taucherblog

Das „FlatFluteDivers“-Blog ist eigentlich das jüngste „Mitglied“ vom Phantastischen Projekt und es entstand aus einer spontanen Idee heraus. Der ursprüngliche Gedanke war, in den Reiseberichten für das EP-Blog (über das im Communiqué auch noch berichtet wird) auch solche aufzuführen, die Hinweise für Taucher enthalten sollten. In einigen Gesprächen zwischen meiner Tauchpartnerin und mir kamen wir jedoch immer wieder auf die Einzigartigkeit unserer “Karriere” zu sprechen und dass es schade wäre, diese Erfahrungen nicht mit anderen zu teilen. Wir hatten viele Bedenken, als wir diesen Sport anfingen, die sich so nach und nach immer mehr selbst erledigten. Viele Menschen würden unsere Geschichten sicher lustig finden, aber wer weiß, vielleicht würde es auch dazu führen, dass jemand, der selbst Zweifel hat, sich dazu durchringen kann, das Tauchen vielleicht doch einmal zu versuchen. Es ist immer schwierig, sich das vorzustellen, wenn man die ganzen erfahrenen Taucher sieht, die mit der Routine der Gewohnheit ihre Ausrüstung richten und sich in irgendein Gewässer stürzen. Es fällt einem schwer, sich vorzustellen, dass diese ganzen Menschen auch mal klein angefangen haben. Manche werden überkritisch sich selbst gegenüber und lassen es einfach.

Deswegen fingen wir an, unsere Geschichte aufzuschreiben, wobei wir es vermieden, uns selbst allzu Ernst zu nehmen. Denn die Meister, die sprichwörtlich vom Himmel fallen, das waren wir selbst nie und sind wir auch nicht. Im Gegenteil. Und genauso entstand die neue Webseite und ihr Titel: “Flat Flute Divers”. Der Name ist ein typisches Beispiel dafür, wie Annette und ich uns gegenseitig inspirieren. In einer eMail an mich schrieb sie etwas über unsere Bedenken und meinte dazu scherzhaft, wir wären schon “zwei Flachflöten”. Meine Antwort darauf war, ob wir uns vielleicht T-Shirts drucken lassen sollen mit der Aufschrift “Flat Flute Divers”. So entstand der Name. Und so heißt auch die neue Webseite: www.flatflutedivers.de.

Dort finden Sie unsere Geschichte in aller Ausführlichkeit und ungeschminkt. Am besten ist es, mit dem Lesen beim Vorwort anzufangen, so ähnlich wie man ein Buch liest (klicken Sie hier, um zum Vorwort zu kommen), und sich dann chronologisch von Artikel zu Artikel durcharbeiten. Einen Link zum nächsten Artikel gibt es ganz unten auf jeder Seite. Oder auch zum vorigen, wenn Sie das wünschen. Ich hoffe, Sie haben Spaß an der Geschichte und können das eine oder andere mitnehmen. Aber die Einrichtung lassen Sie bitte stehen!

Im Communiqué wird in Zukunft in regelmäßigen Abständen auf die Artikel der „FlatFluteDivers“ hingewiesen!

Michael Crichton gestorben

Michael Crichton, Bestseller-Autor und Schöpfer von Werken wie „Jurassic Park“, „Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All“, „Coma“, „Westworld“ oder „Fünf Patienten“, aus dem er die Fernsehserie „ER – Emergency Room“ entwickelte, ist am 4. November 2008 gestorben. Die Familie Crichtons teilte mit, dass der Schriftsteller seit längerem an einer Krebs-Erkrankung gelitten habe. Mehr dazu und zum Werdegang Crichtons gibt es auf Spiegel-Online.

Tim und Struppi – Die Reihe (Einblicke / Ausblicke)

In den letzten drei Wochen sind wir alle Abenteuer von Tim, dem „pfiffigen Reporter“, und seinen Weggefährten durchgegangen. Den letzten Wunsch respektierend wurde die Reihe nach Hergés Tod im Jahr 1983 nicht fortgesetzt und auch das unvollendete Werk „Tim und die Alpha-Kunst“ nicht vervollständigt. Das wöchentliche Magazin „Tintin“ wurde bald eingestellt. Der Popularität der Comicfigur ist jedoch ungebrochen, sie ist ein Stück belgisches Kulturgut geworden. Bestes Beispiel ist das Jubiläum, das im Jahr 2004 gefeiert wurde: 75 Jahre Tim. Eine große Zeitung verzichtete an diesem Tag auf sämtliche Fotos, ausnahmslos alle Artikel waren mit Szenen aus den Tim-und-Struppi-Alben bebildert. In dem Fall dürfen sich die Fans schon auf 2009 freuen, wenn es das 80jährige Jubiläum zu feiern gibt.

Hier nochmals alle Beiträge der Reihe über die Alben:
Tim im Lande der Sowjets
Tim im Kongo
Tim in Amerika
Die Zigarren des Pharaos
Der blaue Lotos
Der Arumbaya-Fetisch
Die schwarze Insel
König Ottokars Zepter
Die Krabbe mit den goldenen Scheren
Der geheimnisvolle Stern
Das Geheimnis der „Einhorn“
Der Schatz Rackhams des Roten
Die sieben Kristallkugeln
Der Sonnentempel
Im Reiche des schwarzen Goldes
Reiseziel Mond
Schritte auf dem Mond
Der Fall Bienlein
Kohle an Bord
Tim in Tibet
Die Juwelen der Sängerin
Flug 714 nach Sydney
Tim und die Picaros
Tim und der Haifischsee
Tim und die Alpha-Kunst

Zu Tim gibt es inzwischen auch einiges an Sekundärliteratur. Für all jene, die es bedauern, dass es keine neuen Abenteuer mehr geben wird, ist sicherlich der Comic „Die Abenteuer von Hergé“ ein kleiner Trost. Hier gerät der Zeichner selbst in den Mittelpunkt, es ist quasi eine Biographie in Comicform – was passt wohl besser zu einem Comiczeichner? Hier werden in Episoden Einblicke in Hergés Leben gewährt, wobei man ständig auf verschiedene Tim-Geschichten anspielt. Anlässlich Hergés 100. Geburtstag im Jahr 2007 kam eine neue, erweiterte Auflage heraus, die auf acht Seiten zwei neue Episoden enthält.

Bereits ausführlich an dieser Stelle besprochen habe ich „Auf den Spuren von Tim und Struppi“ von Michael Farr. Der Autor stellt die Entstehung jedes einzelnen Albums dar, welche Dinge Hergé beeinflusst haben und was er alles verarbeitet hat. Der Fokus wird dabei bewusst auf Tim gehalten, andere Arbeiten Hergés (wie etwa „Stups und Steppke“) werden nur am Rand erwähnt.

Auch im Internet gibt es einige Seiten, die sich mit den Abenteuern des ewig jungen Reporters befassen. Die „Comic Radio Show“ beispielsweise würdigt an dieser Stelle das 75jährige Jubiläum der Comic-Reihe, und an dieser Stelle den 100. Geburtstag Hergés. In beiden Artikeln finden sich übrigens Bilder, die nicht so weit verbreitet sind, so zum Beispiel ein Foto, das eine Szene aus dem Realfilm „Tim und das Geheimnis des goldenen Vlieses“ zeigt und das von der Optik her einen recht guten Eindruck macht. Und an dieser Stelle vermeldet die „Comic Radio Show“, man habe im Nachlass von Bob de Moor, Hergés Assistent, der 1993 verstorben ist, ein verschollenes Abenteuer mit dem Titel „Tim in Australien“ wiederentdeckt. Der Leser möge jedoch ganz oben in dem Artikel nachschauen, an welchem Tag dieser veröffentlicht wurde, um ihn zu verstehen.

Tim hat auch mich als junger Leser sehr beeindruckt, was man am Zustand mancher Hefte meiner Sammlung auch sieht. Ich wollte sogar selbst eine zeitlang Comiczeichner werden, doch leider fehlt mir da offenbar ein Stück Talent, die Szenen, die ich mir vorgestellt habe, auch so zu Papier zu bringen, dass man sie erkennt. Die Abenteuer des Reporters haben mir über manche Krankheit hinweg geholfen und über den Verlust meiner Milchzähne. Als ich erfuhr, dass es Kinofilme vom Tim gibt, wollte ich diese unbedingt sehen, hatte aber Pech: 1969 (zu „Der Sonnentempel“) war ich noch nicht geboren und 1973 (zu „Tim und der Haifischsee“) war ich zu jung. Und in den 1970er Jahren war das noch nicht so mit Video anschauen. „Der Sonnentempel“ wurde schließlich Ende der 1970er Jahre in der ARD als Zweiteiler ausgestrahlt, „Tim und der Haifischsee“ Anfang der 1980er Jahre (nicht als Zweiteiler).

Und damit sind wir schon bei der Zukunft Tims, denn die liegt offenbar im Kino. Genau rechtzeitig zum Jubiläum 2009 planen Steven Spielberg („E.T.“, „Indiana Jones“, „Schindlers Liste“) und Peter Jackson („Der Herr der Ringe“) einen computeranimierten Film, respektive, es wird sich um eine Trilogie handeln, basierend auf den Comicbüchern. Spielberg und Jackson waren sich einig, dass Tim das Potential für einen guten Film habe, man aber Hergé nicht gerecht werde, wenn man diesen mit echten Schauspielern produziere. Deswegen wird die Reihe als Computeranimation entstehen, die aber fotorealistisch aussehen soll. Die beiden haben sich da hohe Ziele gesteckt und wir dürfen gespannt sein, was das Resultat betrifft. Kurze Artikel über das Projekt erschienen im Gurdian und bei BBC News.

Die Zukunft des Reporters scheint also gesichert zu sein. Seit 2002 gibt es Deutschland übrigens auch „Tim – Das Magazin“, das vier Mal im Jahr erscheint. Die letzte Ausgabe trägt die Nummer 23 und erschien Winter 2007 / 2008, eine aktuellere scheint im Moment nicht zu geben, ist aber angekündigt. Die Fans dürfen also gespannt sein, wie die Reise des Reporters und seiner Gefährten weitergeht.

Zum Abschluss noch meine persönlichen Favoriten: