Das Phantastische Projekt 2013: Der Räuber Hotzenplotz, Teil 1 [Video]

Weiter geht es mit den Videobeiträgen – und mit dem Nachholen von Dingen…

Direkter Link zum Video: http://youtu.be/yR2ZsIqjXn8

Endlich kann es losgehen mit den Rezensionen. In dieser (und der nächsten) Folge wird eine Buchreihe besprochen, die vorher aus Unachtsamkeit übergangen wurde: „Der Räuber Hotzenplotz“.

Die vorgestellten Bücher gibt es hier:
„Der Räuber Hotzenplotz“: http://amzn.to/10J6Yft
„Neues vom Räuber Hotzenplotz“: http://amzn.to/YRzECV
„Der Räuber Hotzenplotz“ – Alle drei Bände in Schatzkiste: http://amzn.to/11zh1oM

Digitales Quartett: #afterjauch – oder „Digitale Demenz – wtf?“ [Video]

Der Name Manfred Spitzer geistert derzeit durch die Medien, seien sie nun digital oder analog. Der Mann, der das Buch über „Digitale Demenz“ geschrieben hat, zieht derzeit durch die Talkshows der Nation und gleichzeitig zu Feld gegen „den Computer“ oder wahlweise „das Internet“. Sein Credo: Durch zu frühe und zu häufige Verwendung des Internets verblöden die Menschen. Kritiker werfen ihm vor, unsauber in seiner Argumentation zu sein und Gegenstandpunkte einfach nicht gelten zu lassen, egal wie gut argumentiert wird. Nun war der Mann zu Gast in der letzten Sendung von Günther Jauch in der ARD, die den Titel trug: „Achtung, Computer! Macht uns das Internet dumm?“ Ole Reißmann stellt bei Spiegel Online lapidar fest, dass man auf die gleiche, dumme Weise auch fragen könnte: „Achtung, Herd! Macht uns das Kochen dick?“

Daniel Fiene und Thomas Knüwer wollten indes die Sendung so nicht stehen lassen, also organisierten sie ihrerseits eine „Talkrunde“. Das ganze entstand sehr spontan und wurde mittels Google Hangout aufgezeichnet. Wenn auch noch ein paar technische Schwierigkeiten dabei waren, so ist die Sendung, die bei Twitter mit dem Hashtag „#afterjauch“ besprochen wurde, doch eine gute Aufbereitung und eine Erweiterung des Themas. Und mit Sicherheit näher an der Realität dran als der aufgeregte und missionarische Auftritt des Herrn Spitzer bei Jauch. Hier ist das Video zum Anschauen:

Direkter Link zum Video: http://youtu.be/QS1WsF8c82g

Batman – The Dark Knight und andere: Parallele Dimensionen und ihre Manifestationen

Die Batman-Comic-Geschichte „Ende einer Legende“ (Original: „To Kill a Legend“) von Alan Brennert, Dick Giordano und Adrienne Roy aus dem Jahr 1981 beginnt verstörend für Bruce Wayne. Er hat einen Alptraum, in dem die Ereignisse um den Tod seiner Eltern wiederholt werden. Da er danach nicht mehr einschlafen kann, legt er das Batman-Kostüm an und begibt sich in die Nacht. Es dauert nicht lang, und er wird Zeuge eines Überfalls. Er kann die Täter überwältigen, doch einer von ihnen flieht. Er folgt ihm in eine Sackgasse, wo plötzlich Nebel aufkommt, in dem der Verbrecher verschwindet. Batman durchquert den Nebel ebenfalls – und findet sich plötzlich am anderen Ende von Gotham City wieder, genauer gesagt in der Gasse, in der seine Eltern ermordet wurden. Und gerade als ihm der Verbrecher zu entkommen droht, kommt Robin dazu und hält ihn auf. Batman ist überrascht – Robin sollte eigentlich auf dem Weg nach Europa sein.

Genau in dem Moment taucht ein Fremder auf, den Batman mit „Phantas“ (Original: „Phantom Stranger“) anredet. Er hat alles, was geschehen ist, arrangiert, um Batman eine einmalige Chance zu bieten. Es gibt, so erklärt er, viele parallele Universen, mit vielen Erden. Auf einer davon wurden 40 Jahre zuvor Bruce Waynes Eltern ermordet. Der junge Bruce schwor Rache und wurde zu Batman. 20 Jahre zuvor sah der Bruce Wayne dieser Welt, wie seine Eltern starben. Nun seien wiederum 20 Jahre vorbei, und der Zyklus wird sich auf einer dritten Erde wiederholen – Thomas und Martha Wayne werden sterben, es sei denn, Batman reist in diese parallele Welt, um es zu verhindern. Phantas hat auch eine einleuchtende Begründung: Trotz seiner ganzen Heldentaten fühlt sich Bruce immer noch mitschuldig am Tod seiner Eltern. Nun kommt er die Chance, es ungeschehen zu machen – zumindest in einer parallelen Welt.

Batman und Robin reisen in die Parallelwelt. Ihre erste Begegnung mit dem erst achtjährigen Bruce Wayne lässt Robin schmunzeln, macht ihn aber auch nachdenklich. Bruce ist ein verzogener Millionärs-Balg. Wie wird sich sein Charakter entwickeln, wenn er den Tod seiner Eltern nicht miterleben muss und nicht zum Verbrecherjäger wird? Während Batman nach Joe Chill – dem zukünftigen Mörder des Ehepaar Wayne – sucht, geht Robin in Zivil als Dick Grayson in die Bibliothek von Gotham City. Sehr zu seinem Entsetzen findet er heraus, dass es auf dieser Parallelwelt keinerlei Heldemmythologie gibt, keinen Herakles, keinen Robin Hood, nichts. Als er die Sternenkarten durchsieht, muss er feststellen, dass die rote Sonne, um die Krypton – der Heimatplanet von Superman – kreist, auch nicht existiert. Also wird es Superman auf dieser Welt nicht geben. Haben die beiden überhaupt das Recht, das Schicksal aufzuhalten und dieser Welt möglicherweise ihren einzigen Superhelden vorzuenthalten?

Als es schließlich jedoch zur Konfrontation kommt, lässt auch Robin alle Bedenken fallen. Sie greifen ein, Batman bringt den Mörder seiner Eltern zur Strecke, bevor er zuschlagen kann. Sofort taucht Phantas wieder auf und bringt sie zurück – ihre Aufgabe auf dieser Welt sei erledigt. Was aus dem jungen Bruce Wayne wird, erfahren sie nicht.

Aber der Leser erfährt es: Beeindruckt von dem Fremden im Fledermauskostüm, der ihn und seine Eltern gerettet hat, ändert sich der Charakter des Jungen. Er wird ruhiger, beschäftigt sich mit Büchern – und er trainiert, denn eines Tages wird er Batman sein, aber nicht aus Rache, sondern aus Respekt vor dem Leben.

Die Möglichkeit paralleler Dimensionen hat viele Menschen fasziniert, seit deren Existenz  – zumeist im Zusammenhang mit Science-Fiction-Geschichten – diskutiert wird. Manche gehen gar so weit, die Möglichkeit von Paralleluniversen herzunehmen, um zu beweisen, dass Gott nicht existiert. So weit möchte ich nicht gehen, mir geht es um etwas anderes, den parallelen Welten von Geschichten. Eine Geschichte kann tatsächlich in verschiedenen Parallelwelten existieren, und seit es die neuen Medien gibt, sogar noch mehr. Verschiedene Faktoren sind es, die zur Entstehung dieser Welten beitragen. Um das darzulegen, möchte ich in die Welt, oder besser gesagt, die Welten des „dunklen Ritters“ zurückkehren.

  • Batman

Batman wurde 1939 von Bob Kane und Bill Finger als Comic entwickelt. Es handelte sich um einen typischen Superhelden, der das Verbrechen bekämpft. Doch er sollte anders sein als beispielsweise Superman. Superman sah seine Berufung zum Superhelden in den besonderen Kräften, die er als Bewohner eines anderen Planeten auf der Erde hat, getreu dem Motto: „Der Gebrauch der Kräfte, die man hat, ist man denen schuldig, die sie nicht haben.“ Batman hingegen sollte ein „normaler“ Erdenbürger sein, also überlegte man sich eine Motivation für ihn. Diese wurde schließlich der Tod seiner Eltern, den er im Alter von 8 Jahren mit ansehen musste. An deren Grab schwört der junge Bruce Wayne, seine Heimatstadt Gotham City vom Verbrechen zu befreien. Er eignet sich diverse Kampftechniken und ein umfangreiches Wissen über Kriminologie an. Eine Fledermaus, die sich in sein Arbeitszimmer verirrt hat, inspiriert ihn dazu, sich die Geheimidentität „Batman“ zuzulegen und ein entsprechendes Kostüm zu tragen, das die Verbrecher in Angst und Schrecken versetzen soll. Die Motivation für seine Taten war Vergeltung für den Tod seiner Eltern. Dieses Ziel verfolgte er mitunter auch mit äußerster Gewalt.

In den 1960er Jahren änderte sich das Bild, als eine Fernsehserie und schließlich ein Kinofilm über den Mann im Fledermauskostüm entstand. Die Serie war allerdings zur Hauptsache von ihrer Selbstironie geprägt und nahm das Genre, dem sie angehörte, mehr als einmal auf den Arm. Batmans Ausrüstung wurde so unglaublich erweitert, dass sein Gürtel irgendeine Ausrüstung gegen fast alles hatte, vom „Bat-Anti-Hai-Spray“ bis zum „Bat-Taschentuch“. In der Serie ging es darum, wie Batman und sein Compagnon Robin mit der ständigen Bedrohung der Stadt durch irgendwelche Superschurken Herr werden. Haarsträubende Schlussfolgerungen führten ihn stets auf die richtige Spur, und am Schluss siegte das Gute. Batmans Motivation geriet in den Hintergrund, genauso wie die seiner Gegner, die eben einfach „Bösewichte“ waren. Man könnte sagen, in dieser parallelen Welt, die das Fernsehen erschaffen hatte, herrschte kein psychologischer Tiefgang. Vermutlich erzählt man sich hier die Legende von Robin Hood genau so, wie Mel Brooks sie in „Helden in Strumpfhosen“ dargestellt hat (und da befindet sich der hiesige Batman in guter Gesellschaft, der selbst welche trug) und möglicherweise befindet sich in der Nachbarstadt des Gotham dieser Erde das Polizeihauptquartier der „Police Squad“, in der Frank Drebbin sein Unwesen trieb.

Ende der 1980er Jahre tat sich ein weiteres Paralleluniversum auf, das wiederum ganz anders aussah, wenngleich auch wieder eine psychische Ebene ins Spiel kam. Tim Burton produzierte den ersten Film einer neuen Batman-Reihe, die es auf vier Teile bringen sollte. Die Bewohner dieser Parallelwelt hatten einen gewissen Sinn für den übermäßigen Kitsch, wenn man sich betrachtet, wie Gotham City aussieht. Aber die Motivation von Bruce Wayne, sich des Nächtens eine dunkle Rüstung anzuziehen und sich über die Dächer der Stadt zu hangeln auf der Suche nach Verbrechern, wurde wieder in den Fokus genommen. In dieser Realität waren allerdings ein paar Fakten verändert. So wurde beispielsweise der Kriminelle Jack „Joker“ Napier statt Joe Chill zum Mörder des Ehepaar Wayne.

Vor einigen Tagen kam nun der dritte Teil der so genannten „Dark Knight“-Trilogie um Batman in die Kinos. Hier wurde die Geschichte erneut von vorne erzählt, erneut mussten Thomas und Martha Wayne sterben, damit ihr Sohn zum Superhelden werden konnte. Im Gegensatz zu der humorigen Variante und der Popcorn-Kinoversion wurde alles etwas düsterer und auch realistischer dargestellt – soweit man hier von „realistisch“ sprechen kann.

  • Star Trek

Bei Star Trek hat man öfters mal mit Paralleluniversen gespielt und auch mit alternativen Zeitlinien. Meistens wurde durch irgendetwas die Zeitlinie verändert und es war die Aufgabe der Serienhelden, diese Änderung wieder in Ordnung zu bringen. Dann entschloss das Studio sich dazu, das Star-Trek-Franchise zu „rebooten“ und tat das wiederum mit einer alternativen Zeitlinie. Ich gebe zu, als „Star Trek“ in die Kinos kam, hatte ich bedenken, dass Kirk, Spock und die Besatzung der Enterprise ganz am Ende die ursprüngliche Zeitlinie wieder herstellen würden. Es war ein mutiger und richtiger Schritt, das nicht zu tun. Denn so war es nicht einfach irgendein „Reboot“, dieser Reboot passte genau in die Multiversen von Star Trek.

  • James Bond

Genau die letzte Bemerkung kann man leider auf James Bond nicht übertragen. Auch hier sah man die Notwendigkeit, einen Reboot zu machen, allerdings in einer verwirrenden Konstellation. Bond wird mit „Casino Royale“ als Agenten-Neuling in die Gegenwart geholt, die ganze Geschichte von „Doktor No“ bis „Stirb an einem anderen Tag“ hat in diesem Universum nie stattgefunden. Trotzdem ist „M“ in beiden Universen die gleiche Person.

Gut, bei James Bond hätte man noch dazu das Problem gehabt, dass eine Erklärung mit „Paralleluniversen“ überhaupt nicht reingepasst hätte. Bei aller Phantastik, die zu den Bond-Geschichten gehört, das wäre selbst für den scheinbar unsterblichen Superagenten eine Spur zu dick gewesen. Außerdem gab es ja schon zwei parallele Universen, das der Romane und das der ursprünglichen Filmreihe. In den Romanen hat Bond beispielsweise in „Man lebt nur zweimal“ ein Kind mit Kissy Suzuki, in den Filmen nicht.

Durch den Neustart ist Bond in der Gegenwart angekommen, ohne die „Altlasten“ tragen zu müssen. Man hat sich nämlich nicht getraut zu erklären, warum Bond alle paar Filme sein Aussehen ändert und dabei ständig jünger wird. Und ein Bond mit dem Aussehen von Daniel Craig, der aber seit den 1960er Jahren bereits beim MI6 arbeitet… das wäre auch schon wieder Science Fiction.

  • Kampfstern Galactica

Bei „Kampfstern Galactica“… tja. Ein weiterer Neustart und eine leichte Andeutung im Pilotfilm der neuen Serie, wo man sah, dass die Cylonen mal so aussahen, wie in der alten Serie, das war’s dann aber auch. Ansonsten schien es den Autoren eine Freude zu sein, die Elemente der klassischen Galactica völlig umzudrehen, zum Beispiel indem man aus ursprünglich männlichen Charakteren nun weibliche machte.

Mit der neuen Serie konnte ich nicht allzuviel anfangen, sie hatte einige gute Ideen, aber die Ideen, die ich nicht so gut fand, gingen mir umso mehr auf den Keks. Dieser ganze Paranoiaplot, dass Cylonen nun so aussehen können wie Menschen und man nicht weiß, ob jemand ein Cylone oder ein Mensch ist, das war mir zu viel. Überrascht war ich, als ich erfuhr, dass die Serie so endete, wie ich mir das Ende für die usrprüngliche Serie vorgestellt hatte. Nicht dass mich das versöhnt hätte.

  • Perry Rhodan

Ja, nicht einmal die größte Science-Fiction-Serie der Welt bleibt vom Reboot verschont. Mit „Perry Rhodan Neo“ wird die bekannte Handlung der ersten Bände in eine Welt verlagert, die unserer ähnlicher sieht als sie es in den Heftromanen tat. Immerhin griff damals Perry Rhodan bereits im Jahr 1971 in die Geschichte der Erde. Das muss man sich mal vorstellen, wäre es Realität, würde ich zur ersten Generation gehören, für die es fast von Geburt an normal gewesen wäre, zu wissen, dass es Außerirdische wirklich gibt.

  • Conclusio

Die Gedanken zu diesem Artikel trage ich schon lang mit mir herum. Sie sind unausgereift, da ich stark von anderen Dingen eingespannt war. Ich denke aber, dass so ein Wunsch nach einem „Reboot“ etwas zutiefst Menschliches ist. Wir wollen Dinge mal aus einer anderen Perspektive sehen oder dass etwas einen völlig anderen Weg nimmt. Oder man möchte es dem Zeitgeist anpassen. Damit neue Leser oder Zuseher die Möglichkeit haben, sich in dieser Welt zurecht zu finden.

 

Davon mal abgesehen – wünschen wir uns nicht manchmal, wir könnten von einem bestimmten Zeitpunkt unseres Lebens aus völlig neu starten?

„Axolotl Roadkill“, Helene Hegemann und ein paar persönliche Ansichten von einem, der einfach nur nachdenkt

Liebe Leserin, lieber Leser, die ersten zwei Absätze dieses Artikels, in dem ich mir Gedanken über Helene Hegemann und den „Hype“ um ihr Erstlingswerk „Axolotl Roadkill“ machen möchte, können Sie getrost überspringen, falls Sie genau wissen, was sich zugetragen hat. Für jene, die das eventuell nicht wissen sollten, möchte ich, dem Vorwort einer Episode aus einem „Flash Gordon“-Serial der 1930er Jahre gleich, kurz rekapitulieren, was sich bislang zugetragen hat: Am Anfang stand ein Buch, das eine zu dem Zeitpunkt 16jährige junge Dame mit dem Namen Helene Hegemann verfasst hatte. Mittlerweile ist sie unter abfeiern einer total hippen Party 18 geworden und hat das Buch beim Ullstein Verlag unterbringen können. Und die Kritiker waren ad hoc begeistert. Nein, das ist falsch. Sagen wir, die „Berufskritiker“ waren begeistert, hier sei beispielhaft auf die Kritik von Maxim Biller in der FAZ hingewiesen. Überschwänglich heißt es dort beispielsweise: „Sie zaubert Dialoge wie Mamet, schwärmt von einer Welt jenseits dieser Welt wie Kerouac, halluziniert so sadistisch wie de Sade – und ist am Ende dann doch Helene Hegemann, die ein Deutsch schreibt, das es noch nie gab…“ Ähnlich äußerten sich viele andere. Hegemann wurde als „das Talent“ der „10er-Jahre“ hochgejubelt, an dem sich andere Autoren werden messen lassen müssen. Nun, auch die Figuren in meinen Romanen leiden (das gehört bei einer guten Geschichte fast mit dazu), aber ich möchte mich ungern an einer Geschichte messen lassen, in der die Selbstzerstörung von Charakteren so ausführlich exerziert wird wie dort. Sei’s drum, die Kritiker hatten ihr Urteil gebildet. Ein Wunderkind! Na endlich. Wurde aber Zeit. Das Wasser stand uns ja schon bis zum Hals! Bis zu dem Moment hätte ein Film über das Leben von Hegemann vermutlich mit ungefähr folgender Vorschau beworben werden können: „In einer Welt, in der die deutsche Literatur brachliegt, braucht es eine Frau, um alle Konventionen zu brechen…“

Gelebtes Chaos! Doch dann, auf leisen Sohlen, brach das Chaos zusammen. Interessante Überlegung: Wenn das Chaos zusammenbricht, ensteht dann Ordnung? Jedenfalls gab es einen Blogger mit Namen Deef Pirmasens, dem bei aller Begeisterung für „Axolotl Roadkill“ gewisse Merkwürdigkeiten aufgefallen waren. So eine Art Déja-vu-Gefühl, das sich beim Lesen einstellte. Deef verglich Hegemanns Roman mit dem Roman „Strobo“ des Bloggers Airen, für den er einige Vorlesungen ausgerichtet hatte – und siehe da, er fand etliche Passagen, die entweder wortgleich oder zumindest von der Umschreibung her zu ähnlich waren, um Zufälle zu sein. Zumal in der Menge. Also veröffentlichte er auf seinem Blog „Gefühlskonserve“ einen Artikel, in dem er genau diese Zusammenhänge dokumentierte. Damit trat er eine Lawine los. Es stellte sich heraus, dass immer mehr Passagen in dem Buch nicht nur einfach von anderen „inspiriert“, sondern schlicht abgeschrieben und umgearbeitet waren, einschließlich des von der Kritik hochgelobten Briefs am Ende des Romans, den die Mutter der Protagonistin an selbige verfasst hatte; hierbei handelte es sich um den Text eines englischen Liedes, den Hegemann schlicht ins Deutsch übertragen und mit ein paar Schnörkel versehen hatte. Dann meldete sich das Magazin „Viceland„, bei dem Hegemann eine Kurzgeschichte mit dem Titel  „Die Spiegelung meines Gesichts in der Erschaffung der Welt“ veröffentlicht hatte. Selbige Geschichte war ebenfalls mehr als inspiriert von einem Film von Benjamin Teske, „Try a little Tenderness“. Es ließ sich sogar nachvollziehen, wo Hegemann diesen Film gesehen hatte. Diese wies mittlerweile den Verdacht von sich, den Roman „Strobo“ zu kennen, doch es gibt einen Beleg, dass ihr Vater Carl Hegemann genau diesen bestellt und an ihre Adresse hat liefern lassen. Dank der ab dann immer häufiger werdenden Berichterstattung wurden dann auch Artikel ans Tageslicht befördert, die belegten, dass es keineswegs nur positive Kritiken gab (das Blog von „Lovelybooks“ beispielsweise beschreibt „Axolotl Roadkill“ als „zäh, abgestanden, wirkt zu keinem Zeitpunkt wirklich authentisch und kennt kein Hinten und kein Vorne.“). Und zuletzt sah sich Thomas Knüwer von „Indiskretion Ehrensache“ genötigt, entgegen seinem ersten Vorsatz nun doch etwas zu dem Buch zu schreiben, nachdem sich wiederum ein anderer Journalist in der Pflicht sah, eine junge, aufstrebende Autorin vor dem bösen, bösen Internetdings in Schutz zu nehmen. Und dann war da noch der Auftritt von Hegemann bei Harald Schmidt, bei dem manche „Dirty Harry“ als gar nicht so „dirty“ sahen und sich uneins waren, ob er sie angesichts der Plagiatsvorwürfe hätte „härter rannehmen“ müssen, oder ob er sie nicht gerade durch seine Gesprächsführung entlarvt hatte, da der Eindruck entstand, sie würde ihr eigenes Werk nicht kennen.

So weit, so gut. Oder auch nicht.

Auch ich habe mir meine Gedanken gemacht, und als ich auf meiner Facebook-Profilseite den Link zur Kritik über die Harald-Schmidt-Show veröffentlichte, nahm die Idee Gestalt an, vielleich mal einen Blogbeitrag dazu zu verfassen. Es kam ja eine gewisse Zeit nichts von mir auf dieser Plattform. Vielleicht haben einige Leser die Artikel gelesen, die hier anlässlich meines Romans „Quysthali, Buch 1. Eine Heldenreise“ erschienen sind. In einem habe ich die Entwicklungsgeschichte aus einer ganz persönlichen Perspektive erzählt. Der geneigte Leser erfährt, dass ich diese Geschichte ebenfalls als Jugendlicher angefangen habe. Die erste Fassung, ein 500 Seiten starkes Manuskript, war damals sogar fertig, als ich selbst so ungefähr 17 oder 18 Jahre alt war. Allein, ich hatte ein Problem, das sich im Nachhinein – und vor allem im Hinblick auf Helene Hegemann – vielleicht sogar als Glücksfall entpuppen sollte: Ich hatte keine Eltern, die das Erstlingswerk ihres Nachwuchses als „Romandebüt eines Wunderkindes“ an die Öffentlichkeit bringen konnten. Meine Eltern waren in so genannten „bürgerlichen“ Berufen zu Hause. Ein Glücksfall war das aber deswegen, weil diese erste Version nichts weiter war als genau das – eine erste Version. Es gab Passagen, die sich an gängiger Fantasyliteratur orientierten (und in manchen Fällen mehr als orientierten) und man deutlich merkte, an welcher. Die Handlung selbst… wie kann man sie umschreiben? Vielleicht mit „zäh, abgestanden, wirkt zu keinem Zeitpunkt wirklich authentisch und kennt kein Hinten und kein Vorne.“ 🙂 Ich selbst war natürlich begeistert von meinem Werk. Ich hatte alles weggelassen, was mich an den Vorbildern gestört hatte und mir einen Sprachstil angewohnt, den ich in Christan Wallners „Schatten über Herrenstein“ angelesen hatte. Doch es gab ein weiteres Problem: Ich hatte nicht genügend eigene Erfahrungen, die ich einbringen konnte. Zwar war das Leben im Teenageralter – um es vorsichtig auszudrücken – alles andere als „sorgsam“ mit mir umgegangen und ich musste ein paar Erfahrungen machen, die ich lieber nicht gemacht hätte, aber ich hatte keine Ahnung, wie ich die richtig unterbringen konnte. Das Resultat war eine typische Einteilung in „gut“ und „böse“, in Verbindung gebracht durch eine zusammengenagelte Handlung, die kaum Seele hatte. Und mit einem hatte ich den Vogel abgeschossen, ohne es selbst zu merken. Eine der Protagonistinnen hatte ich nach einem Mädchen gestaltet, in das ich mich damals verliebt hatte. Ich wollte für diese Figur einen besonders schönen Namen haben. Ein Name geisterte in meinem Kopf herum, aber ich hatte keine Ahnung, woher ich den hatte – also nannte ich sie… Arwen. Bevor die Frage kommt… ja, den „Herrn der Ringe“ hatte ich auch gelesen. Aber dass Arwen dort eine wichtige Rolle spielte, war mir in dem Moment nicht präsent. Mal ganz davon abgesehen, dass ich die Raffinesse von Tolkiens Konzept um den „Einen Ring“ nicht vollständig verstanden hatte.

Erst Jahre später wurde mir bewusst, woher ich mich da bedient hatte. Jahre, in denen die Geschichte liegenblieb. Ich hatte immer wieder mal neue Inspirationen, denn mittlerweile war ich älter, reifer und erfahrener. Ich fing an, Notizen zu machen und diese Inspirationen zu sammenln, um sie zu einem Werk zusammenzufassen. Aber es sollte 20 Jahre dauern, bevor ich von neuem anfing. In der Zwischenzeit hatte ich viel gelesen über Mythologie und mythologische Erzählstrukturen und auch den „Herrn der Ringe“ verstand ich besser als zu meiner Jugendzeit. Mit ganz neuen Ideen bin ich dann ans Werk gegangen. Von der Geschichte von damals ist nicht mehr sehr viel übrig, die Figuren als solche haben überlebt, alle bis auf „Arwen“ sogar mit dem damaligen Namen. Aber die Welt hat sich seit damals geändert, und wie man so schön sagt, „die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns mit ihnen“. Die Geschichte hat sich stark gewandelt, meinen neuen Erfahrungen angepasst. Aber es brauchte Zeit, damit ich diese machen konnte.

Wenn ich jetzt sehe, was mit „Axolotl Roadkill“ losgebrochen ist, denke ich manchmal, dass mir vermutlich ähnliches mit meinem Erstling widerfahren wäre. Deswegen war es gut, dass er damals nicht veröffentlicht wurde. Dass diese Geschichte erwachsen werden durfte. Dass es wirklich meine Geschichte werden durfte. Damals hätte ich das nicht so gesehen. Verdammt, es waren 500 Seiten Manuskript! Ich war von mir selbst begeistert. Und eben, es war ja nicht sooo schlecht. Aber es hat halt nicht gereicht. Der große Unterschied zwischen mir und Helene Hegemann wäre zudem gewesen, dass man meine Vorbilder gekannt hätte, da sie der so genannten „Populärliteratur“ entsprungen waren. Vermutlich wären die Kritiker allein schon deswegen nicht auf meiner Seite gewesen. Bei „Axolotl Roadkill“ war das Vorbild nicht so bekannt, deswegen fiel es erst spät auf. Es musste erst jemand kommen, der das Original gut kannte. Und der zugleich die Möglichkeit hatte, das zu publizieren. Deswegen muss ich Thomas Knüwer (s.o.) auch zustimmen, wenn er schreibt, das Feuilleton sollte Deef Pirmasens dankbar sein für seinen Bericht, anstatt zu wettern, das „böse Internet“ (wer auch immer das sein soll) wolle eine junge, hoffnungsvolle Autorin kaputtmachen.

Was ich damit sagen wollte: Ich kann es nur vermuten, aber ich schätze es ist so, dass der Werdegang jeden Autors der ist, dass er in jungen Jahren eine Geschichte nimmt, sie nacherzählt und etwas Eigenes einbaut oder Dinge weglässt, die ihm vielleicht nicht gefallen haben. So entsteht schließlich die Kreativität, etwas ganz eigenes zu erschaffen. Die Stufen dahin sind bei jedem unterschiedlich. Manche haben schon in jungen Jahren genug erlebt, um Romane glaubwürdig genug zu schreiben und glaubwürdige Geschichten zu entwickeln. Vielleicht war es bei Helene Hegemann ungeachtet ihrer vorherigen „Karriere“ einfach noch zu früh. Insofern finde ich es ein interessantes Gedankenspiel, wie „Axolotl Roadkill“ wohl ausgesehen hätte, wenn sie ihn 20 Jahre lang hätte bearbeiten und dann veröffentlichen können. Gut, müssen keine 20 Jahre sein, aber vielleicht noch ein paar mehr als es jetzt der Fall war.

Aber da kommen wir zu einem Problem, auf das sich das Feuilleton gestürzt hat wie die Geier auf den Kadaver – das Alter der Autorin. Airen, der Autor des Vorbilds „Strobo“, ist nun mal keine 17jährige „Newcomerin“. Sein Roman fand keinen großen Verlag und nach seiner Veröffentlichung im Kleinverlag keine große Beachtung bei den Kritikern. Aber kaum veröffentlicht besagte „Newcomerin“ das Gleiche, überschlägt sich die Kritik mit den Lobesworten über Talent und Authenzität. Nun, Talent mag Hegemann haben, das kann ich nicht beurteilen (ich gebe zu, ich habe das Buch nicht gelesen, weil es nicht das ist, was ich unbedingt lesen möchte – aber ich vermute mal, dass Helene Hegemann mein Buch auch nicht gelesen hat, also was soll’s?), aber im Bezug auf Athenzität hat sich das Feuilleton selbst vorgeführt. Denn Airen sagte es in einem Interview selbst: „Das habe ich erlebt, nicht Helene Hegemann.“

Und gerade als dieser Artikel in meinem Kopf Gestalt annimmt, kommt eine Geschichte des Wegs, die uns in dem Zusammenhang den Spruch „mit zweierlei Maß messen“ so ein bisschen vor Augen führt: Auch der (Drehbuch-)Autor Torsten Dewi sieht sich mit dem Vorwurf des Plagiats konfrontiert. Er und seine Co-Autorin sollen für den ZDF-Zweiteiler „Dr. Hope“ über die historische Figur Hope Adams-Lehmann bei dem Werk einer Historikerin abgeschrieben haben. Merkwürdig: Während das Feuilleton es bei Helene Hegemann im Nachhinein „ganz okay“ findet, dass sie sich bei Airen bedient hat, ohne die Quelle anzugeben, was ja schließlich der „Remix-Kultur des Internets“ entspräche, läuft der Beißreflex bei „Dr. Hope“ andersherum. Dewi raubt angeblich ungeniert das geistige Eigentum einer armen Wissenschaftlerin. Warum das Blödsinn ist, lese man bitte bei ihm selber nach (die Stellungnahme in seinem Blog „Wortvogel“ ist oben verlinkt).

Und ich wundere mich über mich selbst, denn obwohl ich bisher mit „Don Alphonso“ so gar nichts anfangen konnte, weil mir seine Kommentare und Attacken zum „Internetdings“ und Journalisten immer eine Spur zu heftig waren, muss ich an dieser Stelle doch auf seinen Kommentar „Das Versagen des heiligen Feuilletons deutscher Nation vor dem Westviertel“ verweisen, der das ganze Dilemma der „Hegemann-Story“ sehr schon und anschaulich darlegt.

Was bleibt zum Schluss? Ein armes Axolotl, dem der ganze Rummel zu viel wird und das laut fordert: „He, ich kann nix dafür! Das ist ein angeborener Schilddrüsendefekt, versteht Ihr? Lasst mich in Ruhe!“ Doch einen Vorteil hat das Axolotl, die vielen Schläge auf den Kopf, die es im Moment einstecken muss, machen ihm nicht so viel aus – Axolotl können Teile ihres Gehirn regenerieren. Aber vielleicht ist das eine Idee für einen neuen Charakter für die Muppet-Show – Axel Lotl, ein Schwanzlurch, der nie erwachsen wird, ständig Sketche für die Show bei anderen abschreibt, aber nach einem Schlag auf den Kopf alles wieder vergessen hat.

Teile des Gehirns regenerieren und Dinge vergessen… glückliches Axolotl.

„Quysthali“: Gegen die Unvernunft der Welt braucht es Helden

„Quysthali – Buch 1: Eine Heldenreise“ von Thorsten Reimnitz rechtzeitig vor Weihnachten im Buchhandel

Ein erfahrener Kaufmann Anfang des 21. Jahrhunderts weiß nicht recht, was er mit dem Vermögen anfangen soll, das er erwirtschaftet hat. Zudem plagt ihn sein Gewissen, denn ein Teil des Geldes kam auf nicht gerade redlichem Weg zu ihm. Also, wie kann er möglichst vielen Menschen helfen und wissen, dass die Hilfe auch ankommt? Seine Lösung: Er gründet eine Gemeinschaft von Menschen, die sich um die Probleme kümmern soll, an denen die Menschheit leidet. Und diese Gemeinschaft bekommt schon bald Arbeit.

Geschichten haben es Thorsten Reimnitz (39) schon immer angetan. Früh entstand der Wunsch, selber Bücher zu schreiben und anderen Menschen etwas erzählen. „Ich mag es, wenn es in Geschichten etwas zu entdecken gibt“, sagt er. Wenn Spuren ausgelegt werden, die man beim ersten Lesen einfach übersieht, die sich aber offenbaren, wenn man später den Zusammenhang erfasst. Und so hat er seine Romanreihe um die Gemeinschaft der „Quysthali“ auch aufgebaut. Das erste Buch, das aktuell erschienen ist, bildet den Auftakt einer vierbändigen Reihe, einer Tetralogie. Es trägt den Untertitel „Eine Heldenreise“, und darum geht es in der Handlung in mehrfacher Hinsicht. Einerseits müssen die Menschen, die sich zu der Gemeinschaft zusammenfinden, eine „geistige Reise“ unternehmen und „reif werden“ für eine große Verantwortung, andererseits warten einige Herausforderungen auf sie, die gemeistert werden müssen. So schlägt den Quysthali am Anfang Misstrauen, ja sogar Angst entgegen, bis es zu einem schlimmen Zwischenfall kommt.

Nachdem die Anfangsschwierigkeiten überwunden sind, kommen aber gleich zwei große Herausforderungen auf die Gemeinschaft zu: Ein Mitglied einer internationalen Terrororganisation möchte mit Hilfe der Quysthali aus seiner Gruppe aussteigen und als Gegenleistung Details über einen Anschlag verraten, der alles bisher dagewesene in den Schatten stellen soll. Doch der Verräter wird erkannt und von den eigenen Leuten getötet, bevor er irgendetwas sagen kann. Jetzt läuft die Uhr, denn es gilt, die Attentatspläne aufzudecken und den Anschlag zu verhindern. Gleichzeitig verschwindet ein Europa-Abgeordneter spurlos, der sich bisher als starker Fürsprecher für die Sache der Quysthali in der internationalen Politik hervorgetan hat. Bleibt er verschwunden, werden es die Quysthali in Zukunft noch schwerer haben.

Daneben erleben wir, wie die Quysthali als Gemeinschaft zusammenwachsen und geistig reifer werden. „Es ging mir darum, das Motiv von der ‚Heldenreise‘ sowohl im wörtlichen, als auch im übertragenen Sinn darzustellen“, erklärt Reimnitz. Herausgekommen ist eine Mischung aus Kriminal- und Abenteuergeschichte mit psychologischen Elementen. Während zwei der Quysthali eine tatsächliche Reise unternehmen, weil der eine den Spuren der Attentäter folgt und der andere dem verschwundenen Politiker, unternimmt der dritte eine Reise nach innen, in seine Psyche. Was er dort erlebt, ist wie ein verstörender Traum. „Das sind die Dinge in uns, die wir selbst nie wahrhaben wollen“, meint der Autor. „Die meisten Menschen haben von sich selbst ein bestimmtes Bild, und es ist erschreckend zu erkennen, dass das nicht stimmt. Aber man kann auch daran arbeiten, sich ändern.“

In das Buch ist viel gesellschaftliche Kritik mit eingeflossen. Kein Wunder, haben sich die Quysthali doch die „Probleme der Menschheit“ als Aufgabe gestellt. Und Probleme gibt es mehr als genug. „Am Anfang machen die Qysthali eine Art ‚Bestandsaufnahme‘, um ungefähr zu erfassen, wie groß die Aufgabe ist, die sie sich gestellt haben“, so Reimnitz weiter. „Und stellen fest: Sie ist gewaltig.“ Und angesichts dieser gewaltigen Aufgabe, ist das nicht sehr utopisch – eine Gemeinschaft gegen alle Probleme? „Das finde ich nicht. Es sind eben Helden. Und gegen die Unvernunft der Welt braucht es Helden.“

Die Geschichte führt ihre Leser nicht nur zu verschiedenen Problemen, sondern auch an ganz verschiedene Orte der Erde. Und man merkt, dass Reimnitz weiß, wovon er schreibt. Denn an all diesen Orten, von Amsterdam über Venedig bis nach Ägypten, war er schon. Da ist ihm Authentizität wichtig. „Erst die Orte haben eigentlich für die wirkliche Inspiration gesorgt“, erzählt er. Auch wenn er in letzter Konsequenz ein paar Mal die Fantasie bemühen musste. „Es gibt kein Nilkreuzfahrtschiff, das ‚Pharao’s Dream‘ heißt, genauso wenig gibt es Schloss Rosenegg, wo die Quysthali ihre Zentrale haben, oder den Landkreis und Ort Braunfels.“ Hier ging es nicht darum, reale Dinge abzubilden. Gerade Braunfels steht symbolisch für viele Gemeinden, in denen der Einfluss Einzelner sehr weit reicht. Bis in Politik und Ordnungskräfte.

Fragt man Thorsten Reimnitz nach dem Genre, dem sein Roman angehört, so hat er zwei Antworten: „Phantastik – so grob jedenfalls. Wenn Sie es etwas genauer wollen: Philoso-Science-Fantasy.“ Denn wie die Reihe fortschreitet, wird die Handlung immer weiter in die Zukunft gehen. Bis zum großen Finale in Band 4. Und erst dann, so verspricht der Autor, werden wir alles erfassen, was in Band 1 schon angelegt wurde.

„Quysthali – Buch 1: Eine Heldenreise“ ist erschienen bei BoD und hat 412 Seiten. Und gerade kurz vor Weihnachten wäre es vielleicht auch eine Idee für den Gabentisch.

Autor: A. Ledel. Anzahl der Wörter im Text: 770. Abdruck / Weiterveröffentlichung frei, Beleg bzw. Benachrichtigung erbeten. Pressevertreter können unter diesem Link direkt beim Verlag Rezensionsexemplare anfordern (bei freien Journalisten Nachweis durch Presseausweis erforderlich).

Mehr Informationen über den Autor: www.thorstenreimnitz.name