STAR WARS – Episode 3: Die Rache der Sith [Rezension]

Drei Jahre dauern die Klon-Kriege bereits an, als die Separatistenbewegung ein riskantes Manöver unternimmt: Sie ziehen ihre Kräfte über Coruscant zusammen und überfallen die Hauptstadt der Republik. Im Zuge dieses Handstreichs gelingt es ihnen, den Obersten Kanzler Palpatine gefangen zu nehmen. Anakin Skywalker und Obi-Wan Kenobi werden zurückbeordert. Sie befreien den Kanzler und Anakin tötet Count Dooku. Leider entkommt der General der Separatistenarmee, ein Wesen, halb Droide, halb Mensch: Grievous.
Während die Jedi Obi-Wan allein losschicken, um nach diesem zu suchen, muss Anakin mit einer Reihe verwirrender Eindrücke fertigwerden: Padmé ist schwanger, er bekommt neue Alpträume, dass sie bei der Geburt des Kindes stirbt, auf Betreiben von Palpatine wird ihm ein Sitz im Rat der Jedi gewährt, allerdings ohne dass er zum Meister befördert wird. Die Jedi ahnen nicht, dass der letzte Schritt der Sith, die Falle für die Jedi zuschnappen zu lassen, kurz bevorsteht…

  • Rezension

Teil 3 markiert die größte Not, in die die Galaxis im Verlauf der Saga stürzen wird. Nun endlich kommen all‘ die kleinen Spiele ans Licht, nur dummerweise haben sich die Jedi so sehr gefangen nehmen lassen, dass sie sich nicht mehr befreien können. Ihr Untergang steht bevor. Und auch diesmal, bevor ich weitermache, die Warnung: Dies ist keine gewöhnliche Rezension, um die Motive der Episode zu ergründen, komme ich nicht umhin, Plotverläufe und zukünftige Entwicklungen – und damit verbundene eventuelle Überraschungen – offen zu legen. Lesen Sie bitte nur dann weiter, wenn Ihnen damit nicht zu viel verraten wird.

„Die Rache der Sith“ beginnt handlungstechnisch, bildlich und musikalisch mit einem Paukenschlag. Nachdem das Vorwort vorbei ist, tauchen wir mitten ein in die Schlacht von Coruscant. Lucas‘ Erzählart, eine Geschichte nicht am Anfang, sondern sozusagen „in medias res“ zu beginnen, wird damit auf die Spitze getrieben. Anakin Skywalker und Obi-Wan Kenobi sind mit ihren Jägern mitten in der Schlacht und suchen das Schiff von General Grievous, um den entführten Kanzler Palpatine zu befreien. Dieser ist, wie Obi-Wan später erwähnt, mit seinen 13 Jahren Amtszeit weit über die übliche Zeit eines Regierungschefs der Republik hinaus. Nur durch Sonderverordnungen und -vollmachten ist ihm das gelungen, ein Treiben, das die Jedi mit zunehmenden Argwohn betrachten. Was dahinter steckt, nämlich dass Palpatine und der Sith-Lord Darth Sidious ein und dieselbe Person sind, erkennen sie nicht. Sie halten es lediglich für Manöver eines machtbesessenen Politikers, der seinen Stuhl nicht räumen will.

Nachdem Obi-Wan und Anakin in Grievous‘ Schiff eingedrungen sind, finden sie den Kanzler – und treffen auf Count Dooku. Es kommt zum erneuten Duell zwischen den dreien. Dooku gelingt es, Obi-Wan außer Gefecht zu setzen, doch Anakins Kräfte sind in der Zwischenzeit gewachsen. Er überwindet den Sith-Lord und schlägt ihm die Hände ab. In dem Moment befiehlt Palpatine, Anakin sollte ihn töten. Schließlich sei er ein Sith und zu gefährlich, um am Leben zu bleiben. Anakin kämpft mit sich selbst, weil dieser Mord gegen den Kodex der Jedi verstößt, doch dann tut er es. Die Flucht gelingt allerdings nicht, und die Jedi werden mit dem neuen General der Separatisten konfrontiert: Grievous, einem ehemaligen Lebewesen, der jetzt zum größten Teil ein Droide ist. In der folgenden Auseinandersetzung gelingt ihm die Flucht, wobei er sein eigenes Flaggschiff dem Untergang geweiht zurücklässt. Anakin gelingt es jedoch, dieses mit einer Bruchlandung zu Boden zu bringen.

Auf Coruscant trifft Anakin auf Padmé, die ihm eröffnet, von ihm schwanger zu sein. Ihre heimliche Beziehung hat sich damit noch verkompliziert, doch Anakin freut sich, was sich kurz darauf ändert: Wie Jahre zuvor bei seiner Mutter bekommt er nun Visionen von Padmé, die stirbt – bei der Geburt des Kindes. Doch er ist wild entschlossen, sie zu retten.

Palpatine will Anakin wegen seiner besonderen Verdienste zu „Augen und Ohren der Republik“ im Jedi-Rat machen. Er geht dabei sehr subtil vor. Einerseits versucht er, Anakins Gewissenskonflikt um den Mord an Count Dooku zu zerstreuen, andererseits sät er Zweifel gegenüber den Jedi. Anakin weiß, dass er gegen den Kodex der Jedi verstoßen hat, doch Palpatine bezeichnet es als eine „natürliche Reaktion“, er habe sich nur dafür rächen wollen, dass ihm Dooku den Arm abgeschlagen hat. Wieder sieht man Palpatines / Sidious‘ Talent, Leute zu seinen Gunsten in die Irre zu führen: Er redet Anakin ein, dass es sein Wunsch gewesen sei, Dooku zu töten, obwohl er es erst getan hat, nachdem der Kanzler ihn dazu angestachelt hatte. Diese seine eigene Rolle bei der Sache lässt er allerdings unter den Tisch fallen. Zweifel gegenüber den Jedi sät Palpatine, indem er diese verdächtigt, einen Staatsputsch zu planen und behauptet, er halte lediglich Anakin für vertrauenswürdig genug, deswegen solle er den Sitz im Rat erhalten und ihn warnen, falls die Jedi etwas gegen die Republik planen.

Natürlich weiß Palapatine, dass die Jedi von seinem Vorstoss nicht sehr erfreut sind, aber das ist sogar eingeplant. Denn so fügen sich die Jedi seinem Wunsch, aber sie verweigern Anakin die Ernennung zum Meister. Als kurz darauf zur Sprache kommt, dass Obi-Wan nach General Grievous suchen soll, verwehren sie ihm diesen Auftrag. Anakin ist wütend und enttäuscht, obwohl Obi-Wan ihn zu beruhigen versucht. Er sei das jüngste Mitglied im Rat der Jedi, darauf solle er stolz sein.

Weiter verunsichert wird Anakin durch ein Gespräch mit Meister Yoda. Er führt dies wegen seiner Visionen um den Tod von Padmé. Doch anstatt ihm erwartungsgemäß einen Rat zu geben, was er tun kann, um diese Ereignisse zu verhindern, sagt ihm Yoda, dass man um die, die in die Macht eingehen, nicht trauern soll. Das widerspricht Anakins Gefühl, und in die Lücke springt mal wieder Palpatine, der von Darth Plagues dem Weisen erzählt. Er habe die Midichlorianer so manipulieren können, dass sie Leben erschufen, womit er das Sterben der Menschen verhindern konnte. Als Anakin nachfragt, ob man diese Fähigkeit lernen könnte, antwortet der Kanzler: „Jedenfalls nicht von einem Jedi.“

Die Jedi hingegen begehen einen weiteren Fehler, indem sie umgekehrt Anakin auf den Kanzler ansetzen. Sie misstrauen ihm, geben sie unumwunden zu, und wollen wissen, was passiert, wenn der Krieg wirklich beendet wird – ob Palpatine dann alle seine Sondervollmachten wie versprochen wieder zurückgebe. Doch damit „bestätigen“ sie das Misstrauen, das Palpatine schon zuvor ausgesprochen hat: die Jedi planen eine Verschwörung, die Republik zu übernehmen. Sie verstoßen damit auch gegen ihre eigenen Regeln, nicht in die Politik einzugreifen, genauso wie es die Sith geplant haben. Die Sith haben die Jedi dadurch, dass einer der ihren im höchsten politischen Amt sitzt, quasi dazu gezwungen, gegen den eigenen Kodex zu handeln. Dadurch wird es später einfacher, gegenüber dem Volk und den Senatoren zu behaupten, die Jedi hätten einen Aufstand geplant.

Obi-Wan reist unterdessen nach Utapau, wo er Grievous stellt und töten kann. Anakin wird auf Coruscant beauftragt, dem Kanzler die Botschaft zu übermitteln. An seiner Reaktion darauf wollen sie ablesen, was zu tun ist. Palpatine überrascht Anakin mit sehr viel Wissen um die dunkle Seite der Macht – und da erkennt er, dass er Darth Sidious vor sich hat. Er meldet seine Erkenntnis dem Jedi-Rat weiter. Wieder zeigt der Sith-Lord höchste Flexibilität in seinem Plan: Zuerst lässt er seinen Schüler Dooku töten, weil ihm klar war, dass Anakin sehr viel machtvoller sein wird, nun überlässt er Anakin scheinbar die Entscheidung, ob er zum Rat geht oder nicht. Ihm ist bewusst, dass Anakin zwischen zwei Welten schwankt und er pokert hoch. Anakin geht in der Tat zu Mace Windu und teilt ihm mit, was er herausgefunden hat. Mace geht mit einigen Jedi zum Kanzler, um ihn festzusetzen. Dieser lässt dabei alle Masken fallen und verteidigt sich mit einem Laserschwert, das er hervorragend zu führen versteht.

Anakins innerer Konflikt ist indessen auf dem Höhepunkt. Er quält sich mit seiner Entscheidung. Einerseits ist er ein Jedi – andererseits will er Padmé retten. Schließlich bricht auch er zum Büro des Kanzlers auf. Dort angekommen ist dieser von Mace Windu in die Enge getrieben worden. Seine Machtblitze werden vom Laserschwert des Jedi-Meisters zurückgeworfen und entstellen ihn. Windu will den Sith töten, da er zu gefährlich sei, um am Leben zu bleiben. Anakin will ihn lebendig, um wenigstens die Chance darauf zu haben, von seinem Wissen um Leben und Tod für Padmé zu profitieren. Er hält Windu auf, indem er ihm beide Hände abschlägt, worauf Sidious den Jedi-Meister aus dem Fenster seines Büros in die Straßenschluchten von Coruscant schleudert.

An diesem Punkt hat sich alles so weit kummuliert, dass Anakin bereit ist, sich für die dunkle Seite zu entscheiden. Sidious benutzt auch immer noch Tricks, indem er beispielsweise behauptet, wenn Anakin die Separatisten vernichtet (die der Sith ja selbst angestachelt hat), herrsche endlich Frieden in der Galaxis. Die Jedi erklärt er zu Feinden der Republik und schickt Anakin mit einigen Klon-Batallionen in den Jedi-Tempel. Gleichzeitig lässt er an alle in der Galaxis verteilten Truppen die „Order 66“ ausgeben. Dieser geheime Befehl war den Klon-Truppen während ihrer Herstellung auf Kamino einprogrammiert worden. Sie wenden sich damit gegen die sie befehlenden Jedi und töten sie. Nur Yoda, der einen Feldzug auf Kashyyk geleitet hat, entkommt mit Hilfe der dort lebenden Wookiees, sowie Obi-Wan, der bei einem Schuss aus dem Hinterhalt knapp verfehlt und für tot gehalten wird.

Zurück auf Coruscant müssen die beiden von Anakins Taten erfahren, der im Jedi-Tempel selbst die Jünglinge nicht verschonte. Yoda bestimmt, dass es Obi-Wans Aufgabe sei, seinen ehemaligen Schüler aufzuhalten, während er selbst Sidious konfrontieren werde. Selbiger ist gerade dabei, eine Rede vor dem Senat zu halten. Er bezichtigt die Jedi der Kollaboration und des Verrats der Republik und verkündet gleichzeitig die Umformung dieser in das erste „Galaktische Imperium“, dessen Imperator er sein wird. Die Senatoren spenden Beifall, was Padmé zu der entsetzten Feststellung treibt: „So geht die Demokratie unter. Mit tosendem Applaus!“

Die Beispielse ähnlicher Situationen in der Geschichte der Menschheit sind vielfältig, wenngleich es natürlich kein direktes Vorbild gibt. Die wenigsten Anführer, die sich schließlich zu Tyrannen entwickelten, hatten ihre Machtübernahme so minutiös geplant. Meistens war es der Fall, dass sie am Anfang noch tatsächlich aus höheren Motiven handelten, dann aber von der erlangten Macht so berauscht waren, dass sie sie nicht mehr abgeben wollten. „Cäsaren-Wahn“ nennt man so was auch, und das gibt es im großen wie im kleinen. Prominentestes Beispiel für eine solche Machtübernahme, die tatsächlich auch von vorneherein einem Plan folgte, ist sicherlich Adolf Hitler, dessen Partei das deutsche Parlament zunächst mit Verfahrensfragen blockierte und dann Schritt für Schritt die Macht an sich riss, bis das „Dritte Reich“ ausgerufen wurde. Wieder griff hier – wie auch bei Palpatine – das Argument, dass Demokratie viel zu kompliziert sei, weil es so viele Leute mit so vielen Meinungen gäbe, und dass es sehr viel einfacher wäre, wenn ein starker Mann alle Staatsgeschäfte regelt, ohne dass ihm jemand reinredet.

Nachdem er sich zum Imperator erklärt hat, wird Palpatine von Yoda konfrontiert. Das Duell geht unentschieden aus, auch wenn die beiden dabei den halben Senat zerlegen. Yoda kann Palpatine nicht besiegen und flieht mit Hilfe von Senator Bail Organa von Alderaan.

Obi-Wan spricht mit Padmé und erzählt ihr von Anakins Taten. Besorgt folgt diese Anakin zum Planeten Mustafar, wo dieser die Anführer der Separatisten ermordet hat. Obi-Wan fliegt als blinder Passagier in ihrem Schiff mit. Als Anakin ihn sieht, verdächtigt er Padmé, sich auch gegen ihn gewandt zu haben. Er würgt sie, als er sie loslässt, bleibt sie bewusstlos liegen. Es kommt zunächst zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen ihm und Obi-Wan, der beide Seiten nochmal aufzeigt. Obi-Wan wirft Anakin vor, er habe sich manipulieren lassen, worauf Anakin die Jedi der Lüge bezichtigt. Wütend bezeichnet er Padmé quasi als sein Eigentum („Ihr habt sie gegen micht aufgehetzt!“ – „Ihr werdet sie mir nicht wegnehmen!“), Obi-Wans Einwand, dass sein Verhalten das bereits getan hätte, wischt er beiseite („Erteilt mir keine Lektion!“). Er brüstet sich damit, Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für „sein“ neues Imperium gebracht zu haben. Obi-Wan erwidert, seine Loyalität läge bei der Republik und der Demokratie. Zum zweiten Mal geht Anakin auf sein Argument nicht ein: „Wenn Ihr nicht auf meiner Seite steht, dann seid Ihr mein Feind!“ Damit macht er klar, dass das Duell nicht mit Argumenten auszutragen sei. Wenn Obi-Wan nicht seine Ansicht teilt, ist er sein Feind. Basta! Damit beginnt das berühmte Duell zwischen Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker, einer der Dreh- und Angelpunkte der STAR-WARS-Saga.

Bei dem Duell stolpert Anakin über seine Selbstüberschätzung. Obi-Wan ist ihm tatsächlich überlegen, dennoch bringt er es nicht über sich, ihn zu töten, als er ihn schwer verletzt hat. Die Hitze eines Lavastroms setzt ihn schließlich in Brand. Obi-Wan hält ihn für so gut wie tot, nimm sein Laserschwert mit und verlässt den Ort mit der ebenfalls verletzten Padmé.

Nun kommt es zu einer sehr symbolischen Geburtsszene: Während Padmé ihre Kinder auf die Welt bringt (es sind Zwillinge, wie sich überraschend herausstellt) und ihnen den Namen Luke und Leia gibt, wird Anakin in einem Behandlungsraum von Medo-Droiden versorgt. Seine abgetrennten Gliedmaßen werden durch mechanische Implantate ersetzt, seine Atmung durch ein Lebenserhaltungssystem unterstützt und sein verbranntes Gesicht hinter einer schwarzen Maske versteckt. Aus Anakin Skywalker ist endgültig Darth Vader geworden. Und wie er es vorausgesehen hat, stirbt Padmé kurz nach der Geburt an gebrochenem Herzen. Ihre Kinder aber leben, Leia wird von Senator Organa adoptiert und Luke zu Owen Larrs und Beru nach Tatooine gebracht. Obi-Wan wird in seiner Nähe bleiben und auf ihn achten. Yoda geht auf einen Sumpfplaneten namens Dagobah ins Exil. Und das neue „Galaktische Imperium“ beginnt mit dem Bau einer Superraumstation von der Größe eines kleinen Mondes.

Alles, was die Jedi versucht haben, hat sich in dieser Episode gegen sie gewendet. Selbst die Klone, die die Republik so bereitwillig eingesetzt hat, obwohl ihre Herkunft mehr als zweifelhaft war. Vielfach wurden die Fallstricke von ihren eigenen, starren Regeln gezogen, die sie dann gezwungen waren zu brechen. So gesehen hat sich die Prophezeiung des Auserwählten schon zur Hälfte erfüllt, wenn auch auf eine sehr grausame Weise. Wenn in den nächsten drei Episoden die Sith zu Fall kommen, wird es danach die Aufgabe der Erben der Jedi sein, einen neuen Orden aufzubauen, der keine so strikte Einteilung nach heller und dunkler Seite vornimmt. Denn jeder Mensch hat beides in sich, Licht und Schatten. Eine Seite davon abzulehnen bedeutet, sich selbst abzulehnen. Man muss lernen, damit umzugehen. Und außerdem ist es nicht so, dass man einmal eine Entscheidung für eine Seite trifft, die dann das ganze Leben beeinflusst. Die Entscheidung muss man ständig treffen. Man ist nicht gefeit vor der einen oder der anderen Seite. Das leugnen wir im wahren Leben gern, genauso wie es die Jedi geleugnet haben. Selbst Obi-Wan gab zu, Gefühle entwickelt zu haben, brüderliche Gefühle für Anakin Skywalker. Seine Enttäuschung, ja seine Wut darüber, dass Anakin sich der dunklen Seite angeschlossen hat, ist ihm deutlich anzumerken. Und die Gefühle sind es auch, die ihn daran hindern, selbst Hand an den schwer verletzten Schüler zu legen. So überlebt Darth Vader, damit er letztlich den Imperator zu Fall bringen kann. Erst dann ist der Ausgleich erreicht – und man kann nochmal neu anfangen.

Die Episoden 1 bis 3 sind von manchen Fans sehr hart kritisiert und abgelehnt worden. Ich persönlich denke, dass das jeder mit sich selbst ausmachen sollte. Es ist die Wiedergabe vieler bekannter Motive aus der wirklichen Welt in einer Galaxis „weit, weit von hier entfernt“. Insofern sind die Episoden 1 bis 3 sogar vielschichtiger als 4 bis 6. In 4 bis 6 waren die Fronten nämlich sehr deutlich und klar gezeichnet, die Geschichte eingeteilt in „gut“ und „böse“. In 1 bis 3 kann man sich nie zu sicher sein. Wie ich zu Beginn dieser Rezensionsreihe schon erwähnte, hängt das vermutlich mit George Lucas‘ persönlicher Entwicklung zusammen. Die Episoden 1 bis 3 sind im letzten Schliff nochmal geprägt worden von unserer Gegenwart.

Man muss sie nicht mögen, Kritikpunkte gibt es sicher viele. Aber das ist weder ein Grund noch eine Rechtfertigung für die teilweise groben Beleidigungen, die hier die Runde machen. Das erinnert ja fast an die schlimmsten Zeiten des Konflikts „Star-Wars-Fans gegen Star-Trek-Fans“.

Mit dieser Geschichte war die erste Trilogie abgeschlossen. Ungefähr 20 Jahre sollte die Galaxis unter der Herrschaft des Imperiums leiden, bevor die Handlung von Episode 4 einsetzt und deren Untertitel zufolge „Neue Hoffnung“ bringt. Mehr Ereignisse von diesem Zeitraum soll uns eine Serie nahebringen, die demnächst produziert werden soll. Da darf man gespannt sein.

Die Saga ist noch lange nicht beendet…

STAR WARS – The Clone Wars [Rezension]

„Begonnen die Klon-Kriege haben…“
(Yoda in „STAR WARS Episode 2: Der Angriff der Klon-Krieger“, wörtliche Übersetzung des Originals)

Was die Loyalisten unbedingt hatten verhindern wollen, ist nun eingetreten: Mit der Aufstellung der großen Armee der Republik bricht ein Bürgerkrieg in der Galaxis aus, in dem die Fronten zwar klar zu sein scheinen, es aber eigentlich gar nicht sind. Auf der einen Seite ist da die Republik, die um ihren Erhalt kämpft. Auf der anderen Seite die Separatisten, die inzwischen nicht nur ihre Systeme von der Republik lösen, sondern eigene Gebiete haben wollen. Zu diesem Zweck beginnen sie, unbeteiligte Welten zu erobern, die sie relativ schwach in ihrer Verteidigung glauben. Mitten drin in den Gefechten sind die Jedi, die nicht so recht wissen, was sie von der Situation halten sollen, da mit Count Dooku ein Abtrünniger der eigenen Reihen auf der Seite der Separatisten kämpft. Letztere lassen nichts unversucht, die Republik und die Jedi in der Galaxis in Misskredit zu bringen…

  • Rezension – Variations on a Theme

Die erste Variante der „Clone Wars“ gab es als kurze Zeichentrick-Episoden, die in ihrem ganzen eine Brücke spannen sollten zwischen der Episode 2 und 3. Drei Jahre sind dazwischen vergangen, drei Jahre, in denen viel passiert ist. Anakins Haare sind gewachsen, weil er in den Stand eines Jedi-Ritters erhoben wurde, er hat eine Narbe am rechten Auge davon getragen und er und Obi-Wan sind Generäle der Armee der Republik. Besonders raffiniert war es auch deswegen, weil die Serie am Ende aufgrund des Anfangs von Episode 3 nur mit einem Cliffhanger enden konnte, was nochmal besonders Lust auf diesen neuen Film machen sollte. Leider merkt man der Geschichte ihre Episodenhaftigkeit an, manchmal wirkt es so, als sei leider einfach nicht mehr Zeit gewesen, um sich mit den Aspekten eines Handlungsstrangs auseinander zu setzen. Als Appetitanreger auf Episode 3 funktionierte es recht gut, als Doppel-DVD-Edition jedoch wirkt es etwas unvollständig. Dann kam man bei LucasFilm auf die Idee, die Lücken gänzlich zu füllen.

„Clone Wars“ sollte zu „The Clone Wars“ werden, eine Serie mit angeblich 100 Folgen (ich schreibe „angeblich“, weil ich nur eine Quelle zu dieser Angabe habe, und die ist nicht mal offiziell). Ich persönlich war gespannt, was das wohl werden würde und fragte mich, ob damit die „Clone-Wars“-Zeichentrickfolgen obsolet wären – nein, sind sie nicht.

„STAR WARS – The Clone Wars“ ist eine computeranimierte Serie, die sich tatsächlich in die bestehenden Folgen einfügt. So ist Anakin zu Anfang der Pilotepisode, die am 14. August als Film in die deutschen Kinos kam, bereits ein Jedi-Ritter, er hat bereits seine Narbe, die Jedi kennen Dookus Schülerin Asajj Ventress und auch von General Grievous haben sie schon gehört, auch wenn sie ihn noch „den geheimnisvollen Droiden-General“ nennen. Nach dem, was ich gelesen habe, will man sich sogar bemühen, die Serie in die bestehenden Erzählungen über die Klon-Kriege in Comics und Romanen einzupassen, was mich persönlich neugierig auf das Ende macht, und in wie weit es sich mit James Lucenos „Labyrinth des Bösen“ deckt.

Die Rezension über „The Clone Wars“ fällt allerdings nicht so ausführlich aus, wie die Rezensionen über Episode 1 und Episode 2. Das hat vor allem den Grund, dass der Film nicht so sehr die Motive der Personen berührte, wie die anderen. Eine Ursache mag darin liegen, dass man nun viel mehr Zeit hat, etwas zu zeigen und beispielsweise eine Charakterentwicklung über mehrere Folgen der Serie hinzuziehen (immerhin handelt es sich hier um den PILOTfilm). Gleichzeitig brachte der Film die Serie selbst nicht sonderlich voran, und ja, am Anfang hatte auch ich dieses unangenehme Gefühl in der Magengegend, denn eigentlich war mir das Schicksal der beteiligten Personen klar – Anakin wird Darth Vader werden, Obi-Wan und Yoda müssen ins Exil, der Rest der Jedi wird sterben und die Republik wird untergehen und dem Galaktischen Imperium Platz machen. Es hat etwas gedauert, aber dann konnte ich in die Geschichte einsteigen und hatte einen amüsanten Abend.

Sind Sie jetzt geschockt? Falls Sie ein Stechen in der Brust spüren, das in den linken Arm ausstrahlt, Ihnen der kalte Schweiß auf die Stirn tritt und Sie das Gefühl haben, Ihr Brustkorb sei von einem Schraubstock eingezwängt, versuchen Sie es mit Nitrolingual Spray (oder gleichwertiger Generica). Sollte es daraufhin nicht besser werden, gehen Sie ans Telefon, wählen Sie die 112 und verlangen Sie einen Rettungswagen mit Notarzt. Aber glauben Sie mir, eigentlich ist es diese alberne Diskussion nicht wert, deswegen einen Herzinfarkt zu bekommen.

Einige Leute haben sich schon lang und breit darüber aufgeregt, was George Lucas „ihrem“ Universum antut. Das tun sie seit dem Erscheinen von Episode 1, aber wie ich schon im Vorwort zu der STAR-WARS-Rezensionsreihe in diesem Blog anmerkte, man möge bedenken, dass es auch Leute gibt, denen es genau anders geht. Für die ist STAR WARS das, was sie in Episode 1 bis 3 gesehen haben und die unter Umständen Schwierigkeiten haben, sich mit Episode 4 bis 6 anzufreunden. Und dann gibt es die (scheinbar stumme und nicht näher definierbare Anzahl von) Menschen, die sich sagt „Was denn? Also, mir haben alle Teile gefallen.“

Leider geraten vor allem letztere immer mehr in Rechtfertigungszwang, obwohl ich wirklich nicht weiß, warum. In einem STAR-WARS-Fanblog schreibt ein Mensch unter dem Pseudonym „jkelly“ sogar, dass er sich stellenweise schuldig fühlte, weil ihm „The Clone Wars“ gefallen hat und er Spaß hatte. Mir ging es ähnlich. Verdammt nochmal, mir hat sogar die Musik gefallen! Gerade die Musik trug sehr dazu bei, eine dünne Linie zu ziehen, die dem Zuschauer quasi akustisch klarmachte, dass wir hier einen Nebenschauplatz des Hauptplots betreten. Natürlich kann die Serie die Haupthandlung nicht sehr weit vorwärts bringen, denn das muss Episode 3 machen. Aber mit dem Anspruch ist der Film auch nicht angetreten. Es ist ein PILOTfilm, der muss ganz nebenbei auch noch was für die Serie übriglassen, und die Serie darf Episode 3 nicht vorgreifen.

Ein wenig Handlung wird natürlich schon gemacht: Der Sohn von Jabba the Hutt wurde entführt und der notorische Gangsterboss wendet sich an die Jedi, ihm zu helfen. Die Jedi wittern eine Chance, freies Geleit durch die Routen des Outer Rim zu bekommen, die von den Hutts kontrolliert werden. Allerdings tragen die Sith ihren Teil dazu bei, damit die Jedi kolossal scheitern und bei Jabba in Misskredit stehen. Gleichzeitig wird Anakin eine Padawan-Schülerin mit Namen Ahsoka Tano zugewiesen, die sich als sehr geschickt erweist – und das auch sehr genau weiß. Durch ihre teilweise naive Unschuld ergänzt sie sich recht gut mit Anakins forschem Einzelgängertum.

Man könnte daraus sogar einen fortschreitenden Handlungsfaden isolieren: Die Jedi sind gezwungen, gegen ihre eigenen Prinzipien zu verstoßen, um sich was den Krieg betrifft in eine bessere Position zu bringen. Wenn sie mit den Hutts paktieren, verbünden sie sich quasi mit den Mächten, die im Outer Rim Kapital aus der Gesetzlosigkeit schlagen und unter anderem die Sklaverei fördern. Und mit Anakins Schülerin unternimmt der Rat der Jedi den Versuch, jenem etwas Verantwortung beizubringen. Sie hoffen, dass er seine Handlungsweisen überdenkt, wenn er nicht nur für sich, sondern auch noch für jemand anderen verantwortlich ist. Ich persönlich habe jedoch das ungute Gefühl, dass Ahsoka eines der Opfer der Klon-Kriege werden wird, ja muss, was Anakin in dem Wunsch, das Sterben der Menschen zu beenden, eigentlich nur bestärken kann.

Aber genug des Tiefgangs! Handwerklich ist die Episode recht solide gemacht, lediglich das Design ist auch für meine Augen gewöhnungsbedürftig. Man hat bei der Animation der Figuren weitestgehend auf Realismus verzichtet und sie im Cartoonstil dargestellt. Andererseits hat mich ein ähnliches Aussehen bei Gerry Andersons „Thunderbirds“ auch nicht gestört. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die Serie entwickelt und ob man dem Anspruch treu bleibt, diese in bestehende Geschichten einzubetten.

Und was nun? Ist es notwendig, uns jene geheimnisvolle Ära der Klon-Kriege mit einer Serie zu zeigen? Kann man den Film empfehlen oder nicht? Dazu kann ich nur sagen: Keine Ahnung! Wie gesagt, ich hatte einen netten Abend. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wenn ich jedoch die Kritiken all jener lese, die den Untergang des Abendlandes herbeireden und schon dabei sind, mit Fackeln und Mistgabeln zur Skywalker-Ranch zu ziehen, verstehe ich, warum der von mir oben zitierte Blogverfasser „jkelly“ sich schuldig fühlt. Angesichts der Absolutheitsansprüche mancher Kritik und dem vielfach damit einhergehenden beleidigenden Unterton ist es besser, sowas nicht zu laut auszusprechen, wenn man nicht zur Zielscheibe von Hohn und Spott werden will. Und wer will das schon?

Machen wir stattdessen weiter im Text. Denn: Fortsetzung folgt…

STAR WARS – Episode 2: Angriff der Klonkrieger [Rezension]

Zehn Jahre nach den Kämpfen um Naboo: Die Handelsföderation hat die Schmach nicht vergessen, die man ihr zugefügt hat. Aus dem Aufstand ist eine Bewegung der Separatisten geworden. Immer mehr Systeme wenden sich gegen die Republik. Der Senat diskutiert die Möglichkeit, eine große Armee aufzustellen, um die Separatisten zu bekämpfen. Als die Senatorin Amidala von Naboo auf Coruscant eintrifft, wird sie beinahe Opfer eines Attentats. Zu ihrem Schutz werden die Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker abgestellt, die ein weiteres Attentat verhindern können. Dabei kommen sie einem Kopfgeldjäger auf die Spur, der Kontakt zu den Hintermännern haben könnte.

Deswegen müssen sich die Jedi trennen: Obi-Wan verfolgt eine Spur, die ihn nach Kamino bringt, wo eine gewaltige Armee aus Klonen geschaffen wurde. Angeblich wurde die Armee von dem Jedi-Meister Sifo-Dyas für die Republik über zehn Jahre zuvor in Auftrag gegeben. Sifo-Dyas war zu dem Zeitpunkt aber bereits tot. Obi-Wan hat einen Kopfgeldjäger namens Jango Fett im Auge, der das genetische Material für die Klone spendete.

Anakin Skywalker begleitet Amidala auf ihren Heimatplaneten. Während sie untertaucht, um weiteren Attentätern kein Ziel zu bieten, soll er ihr Beschützer sein. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Romanze, die aber von Alpträumen überschattet wird, die Anakin von seiner Mutter hat. Schließlich brechen er und Amidala nach Tatooine auf, um nach ihr zu suchen.

Auf Coruscant wird die Lage kritisch, als die Jedi eine Botschaft von Obi-Wan empfangen, der dem Kopfgeldjäger Fett nach Geonosis gefolgt ist. Offenbar sind die Separatisten gerade dabei, eine riesige Droidenarmee aufzustellen, die in einen Krieg gegen die Republik geführt werden soll. Da es keine Armee der Republik gibt, lässt sich Kanzler Palpatine über einen geschickten Schachzug Sondervollmachten durch den Senat erteilen, um eine solche aufzubauen. Damit ist auch klar: Die Republik braucht die Klone von Kamino…

  • Rezension

Episode 2 ist das Mittelstück der Geschichte, die die Prequels erzählen, und damit in einer etwas undankbaren Position. Im Mittelstück kommt traditionell die größte Not zum Tragen, die normalerweise mit dem letzten Teil wieder aufgelöst wird. Das geht hier aber nicht, denn die Auflösung von Episode 3 ist eigentlich der absolute Niedergang. Bevor ich fortfahre, auch hier wieder der Hinweis: Da dies eine sehr ausführliche Betrachtung dieser Episode ist, komme ich nicht umhin, Plotverläufe aus zukünftigen Episoden – und damit verbundene Überraschungen – offen zu legen. Sollten Sie also tatsächlich die Filme noch nie gesehen haben und sich überlegen, ob Sie das mal tun sollten, ist diese Rezension für Sie nicht so sehr geeignet. Entscheiden Sie selbst, ob sie weiterlesen wollen.

Sie sind noch da? Schön, machen wir weiter.

Zehn Jahre sind seit dem Ende von Episode 1 vergangen, zehn Jahre, in denen sich die Situation nicht zum Besten gewendet hat. Im Gegenteil, die Handelsföderation sinnt auf Rache für die Schmach vergangener Tage. Gleichzeitig schließen sich immer mehr Republikwelten den Separatisten an. Padmé Amidala, die mittlerweile nicht mehr Königin von Naboo ist, sondern für ihren Heimatplaneten im Senat spricht, lehnt jedoch eine Idee gänzlich ab: Die Aufstellung einer großen Armee der Republik. Sie befürchtet einen endlosen Bürgerkrieg, wenn das geschieht und setzt weiter auf Verhandlungen. Deswegen kommt sie am Anfang von Episode 2 persönlich nach Coruscant, um im Senat eine Rede zu halten. Dabei fällt sie beinahe einem Attentat zum Opfer.

Kanzler Palpatine ist (vorgeblich) in Sorge: Padmé will sich von dem Attentatsversuch nicht einschüchtern lassen. Auf sein Drängen akzeptiert sie es schließlich, dass zwei Jedi zu ihrem Schutz abgestellt werden: Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker. Der Gedanke, Amidala wieder zu begegnen, macht Anakin nervös. Einerseits wartet er sicher seit zehn Jahren darauf, anderer bereitet es ihm Unbehagen, dass sein so lang gehegter Wunsch endlich Erfüllung geht. Sehr deutlich wird das dabei, dass er bei der Begegnung in alte Verhaltensmuster zurückfällt. Als Padmé von dem Attentat erzählt, verspricht Anakin ihr, den Attentäter ausfindig zu machen. Obi-Wan widerspricht heftig; das sei nicht ihr Auftrag. Anakin versucht, wie in Episode 1, Padmé zu beeindrucken. Damals tat er es mit dem Droiden und dem Podrenner, diesmal damit, dass er ihr seine Tatkraft unter Beweis stellt und sie beschützen will. Der Beschützerinstinkt ist sehr stark in Anakin, was noch Komplikationen geben wird, in dieser Episode, wenn es um seine Mutter geht; und in Episode 3, wenn es um Padmé geht.

Der junge Padawan ist aber gleichzeitig sehr enttäuscht. Padmé hat ihn kaum wiedererkannt, und ganz bestimmt hat sie ihn nicht so vermisst, wie er sie. Während er vor der Tür ihres Quartiers noch mit Obi-Wan diskutiert, schwebt ein Droide von außen an ihr Fenster und lässt zwei giftige Tiere, die Tausenfüsslern ähneln, in den Raum gleiten. Die Jedi können die Tiere im letzten Moment töten; als Obi-Wan den Schwebdroiden entdeckt, springt er aus dem Fenster und hängt sich an diesen in der Hoffnung, er werde ihn zum Attentäter führen. Doch dieser Attentäter, ein Changeling (Wechselbalg) mit Namen Zem Wessel, kann in einem Schwebgleiter entkommen. Als kurz darauf Anakin mit einem weiteren Gleiter eintrifft, kommt es zu einer wilden Verfolgungsjagd, die in einer Bar endet. Obi-Wan überwältigt Zem und bringt sie nach draußen. Sie weigert sich zunächst, die Hintermänner preiszugeben, als Anakin sie wütend anbrüllt, will sie reden – wird aber von einem Unbekannten in einer Schutzrüstung erschossen.

In der Szene wird Anakins teilweise unbeherrschter Charakter zum Ausdruck gebracht. Mehrmals bereits hat ihn Obi-Wan tadeln müssen. Denn Anakin, der ohne Vater aufgewachsen ist, hat ein sehr deutliches Problem mit Vaterfiguren und ist sehr schnell bereit, gegen diese zu rebellieren. Kanzler Palpatine – Darth Sidious – macht sich das zunutze, er ist der einzige, der Anakin ermutigt und fördert. Nach dem Attentat soll Amidala als Flüchtling getarnt anonym auf ihren Heimatplaneten zurückkehren. Palpatine setzt sich dafür ein, dass Anakin sie als ihr Beschützer begleiten soll – und hat Erfolg. Das hinterlässt bei Anakin natürlich bleibenden Eindruck. Alle anderen kritisieren ihn, manche Jedi haben sogar Angst vor ihm, nur Palpatine will ihm augenscheinlich Gutes tun. Der junge Padawan hat in seiner Kindheit nicht gelernt, dass ein Vater nicht immer nur nachgebend sein kann, sondern auch mal streng sein muss – so wie Obi-Wan. Stattdessen sieht er in seinem Mentor jemanden, der versucht, ihn zu bremsen.

Auf Naboo kommen sich Anakin und Padmé näher. Auch hier verfällt Anakin zuerst wieder in sein altes Verhaltensmuster, indem er versucht, Padmé mit seinen Jedi-Künsten zu beeindrucken. Bei einem Picknick im Grünen reden beide über unverfängliche Dinge, kommen aber auch auf die Politik zu sprechen. Hierbei zeigt sich Anakins Ansicht von Politik, die so einfältig wie konsequent ist: Wenn Politiker nicht fähig sind, sich zu einigen, was das beste für das gesamte Volk ist, sollte sie jemand zu einer Einigung zwingen, jemand, der Weise ist. Als Padmé einwirft, dass das sehr nach einer Diktatur klingt, meint Anakin lapidar: „Na ja. Wenn es funktionert…“ Die Senatorin ist verunsichert, kurz darauf aber bereit, alles für einen Scherz zu halten. Aber so scherzhaft war das gar nicht gemeint. Immerhin hat die gleiche Politikverdrossenheit schon so manchem Diktator den Weg geebnet. Demokratie, so wird stets argumentiert, funktioniert nicht, weil es zu viele Meinungen und Ansichten gibt. Es braucht immer einen, der die Richtung vorgibt. Dass aber dieser Einzelne erst recht nicht nach dem entscheidet, was das beste für das gesamte Volk ist, wird bei einer solchen Argumentation gern unter den Tisch fallen gelassen. Natürlich kommt eine Diktatur auch den Ansichten der Sith entgegen, für die ja die Macht des Einzelnen zählt. Dadurch, dass die Sith die Separatisten anstacheln, versuchen sie, den Boden vorzubereiten für eine Diktatur, indem sie vorgeblich beweisen können, dass die Demokratie versagt hat und es einen „starken Mann“ braucht, die Völker der Republik zusammen zu halten.

Dann kommt es zu der Szene, die unter den Fans wohl am häufigsten diskutiert wurde: Anakin gesteht Padmé seine Liebe. Hölzern sei das, wurde behauptet, George Lucas könne alles, nur keinen Text für eine solche Szene schreiben. Ist das wirklich so? Holen wir uns nochmal zurück: Anakin hat Padmé zehn Jahre lang aus der Ferne verehrt. Er hat nie eine Beziehung gehabt, da Jedi das ja nicht haben dürfen. Er hat keine Erfahrung mit dem anderen Geschlecht und die Schwärmerei oder Verliebtheit eines Neunjährigen in einer absolut verklärten Vorstellung von Romantik in seine Jugend und das frühe Erwachsenenleben herüber gerettet. Möglicherweise gab es viele Momente, in denen er sich in seiner Fantasie ausgemalt hat, wie es sein wird, wenn er ihr ihre Liebe gesteht. Womöglich hat er den Text sogar „einstudiert“, weil er im entscheidenden Moment alles richtig machen wollte. Unter diesen Gesichtspunkten ist die Szene richtig, auch die kitschige Umgebung passt genau in das Bild hinein.

Interessant ist Padmés Reaktion an der Stelle. Sie sagt nie, dass eine Beziehung zwischen den beiden keine Chance hätte, weil sie nicht das gleiche für ihn empfindet. Sie nennt rationale Gründe, sie wären gezwungen, ihre Beziehung zu verheimlichen und müssten eine Lüge leben. Falls Padmé an der Stelle noch keine starken Gefühle für Anakin hatte, stolpert sie möglicherweise über ihre eigene Rationalität. Die Beziehung darf nicht sein, aber was nicht sein darf, ist stets von besonderem Reiz. Vielleicht macht sie sich auch noch viele andere Gedanken, etwa über den Altersunterschied, letztlich kann sie aber nicht entkommen. Denn ihr Herz hat seinen eigenen Kopf. Und auch wenn die beiden „beschließen“, dass sie keine Beziehung haben wollen, Gefühle lassen sich nicht „wegentscheiden“.

Vorerst aber gibt es eine Art von Ablenkung in Form von Anakins Alpträumen, die dieser seit einiger Zeit hat. Seine Mutter kommt darin vor, und er hat große Angst um sie. Schließlich brechen er und Padmé nach Tatooine auf, um nach ihr zu sehen. Doch als sie die Werkstatt von Wattoo in Mos Espa aufsuchen, erfahren sie, dass er Shmi Skywalker verkauft hat – an den Feuchtfarmer Cliegg Lars. Empört berichtet Wattoo, dieser habe ihr die Freiheit geschenkt und sie sogar geheiratet. Als der Jedi und die Senatorin bei Lars‘ Feuchtfarm ankommen, lernen sie dessen Sohn Owen Lars und seine Freundin Beru kennen. Owen ist zu Anakin sowas wie ein Halbbruder – aber nur sehr weit gefasst, denn er ist lediglich Shmis Stiefsohn und kein leibliches Kind, also mit Skywalker nicht verwandt. Von Cliegg Lars erfährt Anakin, dass seine Mutter vor einiger Zeit von Tusken-Räubern – auch „Sandleute“ genannt – entführt worden sei. Anakin bricht auf, sie zu suchen. Er findet das Lager der Sandleute und seine Mutter, die durch die Gefangenschaft so geschächt ist, dass sie in seinen Armen stirbt. Daraufhin ergibt er sich ganz seinem Hass und metzelt das ganze Tusken-Dorf nieder. Weit entfernt auf Coruscant spürt selbst Yoda seinen Schmerz und hört die Stimme des in die Macht eingegangenen Qui-Gon Jin, der verzweifelt ruft: „Anakin! Anakin! Neeeeeeeeein!“

Qui-Gon Jin hat einen Weg gefunden, der in Episode 3 als „der Pfad zur Unsterblichkeit“ beschrieben wird, nämlich eins mit der Macht zu werden, aber dennoch bei den Lebenden zu bleiben. Aber trotzdem kann er Anakin nicht von seiner Tat abhalten. Es offenbart sich hier die Tücke, die die Lehren der Jedi für den Padawan bereithält. Ihm ist sehr wohl bewusst, dass er mit seinem Verhalten gegen den Kodex der Jedi verstösst, aber in dem Moment ist es ihm egal. Und später, als er den Leichnam seiner Mutter zu Cliegg Lars‘ Feuchtfarm zurückgebracht hat, kann er sein Verhalten – ähnlich einem trotzigen Kind – nicht richtig reflektieren. Stattdessen schiebt er die Schuld auf Obi-Wan, der ihn angeblich die ganze Zeit daran hindere, vorwärts zu kommen. Obi-Wan ist schuld, dass seine Mutter tot ist, Obi-Wan ist schuld, dass er die Tusken ermordet hat, Obi-Wan ist nur neidisch auf seine Fähigkeiten. Der Entschluss, den er dann trifft, wird in Episode 3 sein Schicksal besiegeln: Er will der Mächtigste aller Jedi werden und das Sterben der Menschen verhindern. In gewisser Weise nimmt er damit bereits einen Teil der Sith-Denkweise in sich auf. Denn während die Jedi den Tod als Teil des Lebens betrachten, sehen ihn die Sith als Feind. Da sie so selbstbezogen sind, sind sie natürlich der Auffassung, die Galaxis könne ohne sie nicht weiterexistieren. Doch je mehr Wertschätzung sie sich selbst entgegen bringen, desto weniger schätzen sie andere Lebewesen. Sidious beispielsweise ist immer wieder bereit, seinen Schüler über die Klinge springen zu lassen, wenn er einen findet, der besser ist als der bisherige. Count Dooku erfährt das am eigenen Leib in Episode 3, und in Episode 6 sogar Darth Vader. Sidious wäre bereit, diesen sterben zu lassen, damit er Platz für den nächsten macht. Vader wird dabei noch besonders in die Irre geführt, indem Sidious behauptet, er hätte vorausgesehen, dass er selbst von Vaders Sohn getötet wird und Vader dann mit diesem über die Galaxis herrschen kann.
Vader ist überhaupt das Paradebeispiel für den Drang der Sith, den Tod überlisten zu wollen. Während Qui-Gon und später Obi-Wan und Yoda in die Macht eingehen und als Geistwesen zurückkehren, wird Vaders Körper durch Implantate und Maschinen am Leben erhalten. Die Jedi blicken in ihrem Streben auf die nächste Ebene, die Sith sind ganz und gar in der materiellen Welt verhaftet.

An diesem Punkt empfängt Anakin einen Notruf von Obi-Wan. Als sich die Wege der beiden trennten, war der Jedi-Meister den Spuren nachgegangen, die er von dem Changeling hatte. Dieser war mit einem speziellen Giftpfeil getötet worden, wie ihn die Kaminoaner benutzen. Doch als Obi-Wan die Position des Planeten Kamino aus der Datenbank der Bibliothek erfragen will, findet er – nichts. Es sieht ganz so aus, als hätte jemand den Planeten aus dem Speicher gelöscht. Obi-Wan kann dessen Position aber rekonstruieren und steuert den Wasserplaneten an. Sehr zu seiner Überraschung hat man dort schon auf ihn gewartet. Die Kaminoaner sind Kloner, sie haben im Auftrag des Jedi-Meisters Sifo-Dyas für die Republik eine Armee von Klon-Kriegern produziert. Das ist seltsam, denn Sifo-Dyas ist längst tot, und außerdem hatte der Rat nie die Erlaubnis erteilt, eine solche Armee in Auftrag zu geben.

Obi-Wan trifft auf den Mann, der sein genetisches Material für die Klone zur Verfügung gestellt hat, einen Kopfgeldjäger namens Jango Fett. Er erkennt ihn als den Mann wieder, der den Giftpfeil auf den Changeling abgefeuert hat. Jango behauptet, von einem Mann namens Tyranus für die Klon-Armee angeheuert worden zu sein. Bevor Obi-Wan ihn festnehmen und zur Befragung nach Coruscant bringen kann, entkommt er zusammen mit seinem Sohn Boba Fett. Der Jedi kann jedoch einen Peilsender an dessen Schiff anbringen, wodurch er ihm nach Geonosis folgt. Dort befinden sich die Fabriken, in denen die Separatisten ihre Kampf-Droiden bauen lassen. Obi-Wan belauscht ein Gespräch, durch das er herausfindet, dass Count Dooku, ein abtrünniger Jedi, eine Allianz verschiedener Mächte, unter anderem der Handelsföderation, der Technokratie-Union und des Bankenclans, gegen die Republik anführt. Vizekönig Nute Gunray ist es auch, der den Tod von Padmé verlangt, als Gegenleistung dafür, dass er die Separatistenvereinigung unterstützt. Gerade als Obi-Wan seine Funkmeldung an Anakin absetzt, wird er von Kampfdroiden aufgebracht und gefangen genommen.

Auf Coruscant, wo die Nachricht ebenfalls ankommt, gerät man aus dem Häuschen: Die Republik wird nicht in der Lage sein, sich gegen die Separatisten zu verteidigen, wenn diese angreifen sollten. Man bräuchte eine Armee… aber praktischerweise gibt es ja eine, die Klon-Armee auf Kamino. Braucht es also nur noch eins: Eine Notstandsverordnung, die den Kanzler berechtigt, eine solche Armee aufzustellen. Und hier kommt Jar Jar Binks ins Spiel. Seitdem die Gungan und die Naboo in Episode 1 Frieden geschlossen haben, sind auch beide Völker Vertreter ihres Planeten im Senat. Jar Jar wurde vor ihrer Abreise von Padmé beauftragt, die Vertretung zu übernehmen. Er ist einfacher, ehrlicher Geist und sieht sich nun in der Pflicht. Die Republik kann sich nicht verteidigen und braucht eine Armee? Die soll sie haben. Jar Jar bringt im Senat den Antrag ein, den Kanzler mit Sondervollmachten auszustatten, damit er diese Armee aufstellen kann. Der Gungan übersieht in seinem Eifer völlig, dass eine Armee der Republik eigentlich gegen Padmés Willen ist.

Hier geht eine weitere Stufe des Planes von Darth Sidious auf. Dass Nute Gunray auf Padmés Tod besteht, kommt ihm eigentlich ganz recht, denn damit sind zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Padmé kann nicht Stimmung gegen eine Armee der Republik machen und die Handelsföderation wird das Bündnis gegen die Republik unterstützen. Dass Padmé zwar nicht tot ist, sondern nur abwesend, ist egal, Hauptsache, der Kanzler erhält die Sondervollmachten. Damit wird Jar Jar zu einer der tragischsten Figuren in der ganzen Geschichte, denn während Anakin über seinen eigenen Hochmut und seine Arroganz fällt, treibt den Gungan nur die Sorge um die Republik um. Wenn man jedoch die Geschichte als Ganzes sieht, kann man natürlich auch sagen, er nimmt die Rolle ein, die ihm vorbestimmt ist. Denn nur so werden letztlich die Jedi fallen, nur so kann der erste Schritt auf dem Weg des Ausgleichs der Macht getan werden.

Vermutlich hätte es viele Möglichkeiten gegeben, diesen Ausgleich zu erreichen. Da aber die Jedi nicht von ihrem starren Konzept abweichen wollten, kam es letztlich, wie es kommen musste. Je mehr sie sich dagegen wehrten, desto mehr betrieben sie ihren eigenen Untergang.

Den Anfang nimmt das Ganze damit, dass Yoda nach Kamino aufbricht, um sich die Klon-Armee anzusehen. Gleichzeitig werden alle verfügbaren Jedi nach Geonosis geschickt, zur Rettung von Obi-Wan. Dieser wird als Gefangener von Count Dooku verhört, der seine Motivation zu erklären versucht: Die Republik sei verdorben, die Sith hätten die Kontrole übernommen. Er behauptet, mit seinem Kampf in Wirklichkeit für die Ideale der Republik und gegen die Sith zu kämpfen und bietet Obi-Wan an, ihn zu unterstützen. Doch Obi-Wan lehnt ab.

Mittlerweile sind auch Anakin und Padmé, begleitet von den Droiden C3PO und R2D2 auf Geonosis angekommen, werden allerdings ebenfalls gefangen genommen. Sehr zur Freude von Nute Gunray sollen alle drei in einer Arena hingerichtet werden. Bevor sie dorthin gebracht werden, gesteht Padmé Anakin ihre Liebe. Der bevorstehende Tod in der Arena habe für sie keinen Schrecken, denn sie sei seit der erneuten Begegnung mit Anakin jeden Tag ein kleines Stück gestorben. Ihre unterdrückten Gefühle haben sich Bahn gebrochen.

Doch ganz so aussichtslos ist die Lage nicht, Padmé, Anakin und Obi-Wan gelingt es, sich von ihren Fesseln zu befreien. Mitten in den Kampf gegen ihre Wärter platzen die Jedi, worauf die Separatisten ihre Kampfdroiden auffahren. Schon scheint die Lage verloren, als Yoda mit der Klon-Armee eintrifft. In der Schlacht, die nun beginnt, verfolgen Obi-Wan und Anakin den flüchtenden Count Dooku und können ihn in einem Hangar stellen. Da Anakin entgegen Obi-Wans Anweisung wütend vorprescht, wird er von Dooku außer Gefecht gesetzt. Obi-Wan kann Dooku nicht überwinden, als Anakin wieder in den Kampf eingreift, schlägt der dunkle Lord ihm den Arm ab. Schließlich kommt Yoda hinzu. Er und Dooku sind gleichwertig, und letzterem gelingt nur mit einem Trick die Flucht: Er lässt mit Hilfe der Macht Teile aus der Decke des Hangars brechen, die Anakin und Obi-Wan zu erschlagen drohen. Yoda gelingt es, die Trümmer abzulenken, kann sich aber dafür nicht mehr auf Dooku konzentriert. Der entflieht.

Kurz darauf kommt Dooku auf Coruscant an und trifft sich mit Darth Sidious, der ihn „Tyranus“ nennt. Damit ist klar, dass er den Kopfgeldjäger Jango Fett, der während der Schlacht von Geonosis ums Leben gekommen ist, für die Klon-Armee angeheuert hat. Das Ziel der Sith war, den Kanzler mit Sondervollmachten auszustatten und die Republik in einen Krieg zu stürzen. Beides haben sie geschafft. Sie haben es sogar geschafft, der Republik und den Jedi die Klon-Armee unterzuschieben, was sich für letztere in Episode 3 noch fatal auswirken wird.

Doch die Klon-Armee ist nicht die einzige Fehleinschätzung der Jedi. Eine weitere ist die, dass sie Count Dooku anfangs für unfähig halten, einen Verrat zu begehen. Immerhin sei er ein Jedi gewesen, damit seien ihm solche Gedanken fremd. Nicht einmal die Tatsache, dass er dem Jedi-Orden den Rücken zugewandt hat, lässt sie daran zweifeln. Ein weiteres Beispiel, wie tief die erstarrten Regeln bei ihnen sitzen.

Letztlich ist auch ihr Befinden über Skywalkers Situation eine Fehleinschätzung: Er kehrt mit Padmé nach Naboo zurück und heiratet diese heimlich. Eine offizielle Verbindung ist ihm als Jedi nun mal verboten. Dass er es trotzdem tut, scheinen sie trotz allem Misstrauen, das sie ihm gegenüber haben, nicht zu merken.

Episode 2 endet damit, dass riesige Raumschiffe mit Klonen beladen werden und zu den Schlachten der Kriege aufbrechen, die nun begonnen haben: die Klon-Kriege. In der letzten Einstellung sehen wir Senator Bail Organa von Alderaan, der das Gesicht abwendet. Neben vielen anderen war er es, der das hatte verhindern wollen. Doch die Separatisten und die Republik haben sich gegenseitig in Zugzwang gesetzt. „Zugzwang“ kommt aus dem Schach, und es bedeutet, dass der Spieler, der am Zug ist, keine seiner Figuren bewegen kann, ohne die Partie zu verlieren. Beim Schach bedeutet das normalerweise, dass der Spieler aufgibt und seine Niederlage eingesteht. Beim Krieg nicht unbedingt.

Fortsetzung folgt…

STAR WARS – Episode 1: Die dunkle Bedrohung [Rezension]

Die dunkle BedrohungIn der Galaktischen Republik kommt es zur Krise, als die Handelsrouten zu weit entfernten Sternensystemen besteuert werden sollen. Aus Protest dagegen fährt die Handelsföderation eine Armee von Raumschiffen auf und versucht, den Planeten Naboo zu besetzen. Allerdings zieht Darth Sidious, ein undurchsichtiger Charakter, im Hintergrund die Fäden der Invasion, Vizekönig Gunray von der Handelsföderation ist nicht ganz Herr über seine Lage.
Mit Hilfe der Jedi-Ritter Qui-Gon Jin und Obi-Wan Kenobi gelingt der Königin Amidala von Naboo die Flucht, bei der allerdings ihr Raumschiff beschädigt wird. Da sie so Coruscant, den Zentralplaneten der Republik, nicht erreichen können, müssen sie auf dem entlegenen Planeten Tatooine notlanden. Beim Versuch, Ersatzteile zu beschaffen, wird Qui-Gon auf einen kleinen Jungen mit Namen Anakin Skywalker aufmerksam, der über ungewöhnliche Fähigkeiten verfügt. Die Jedi kennen eine alte Prophezeiung, dass ein Auserwählter kommen wird, der der Macht das Gleichgewicht zurückgeben wird. Qui-Gon ist sich sicher, diesen Auserwählten gefunden zu haben. Er bringt ihn nach Coruscant, doch die anderen Jedi sind nicht zu enthusiastisch wie er, mal ganz davon abgesehen, dass die Krise um Naboo im Vordergrund steht.
Hier offenbart sich, wie verkommen die Republik mittlerweile ist: Anstatt eine Lösung zu finden, wird das Problem vertagt. Als Königin Amidala empört den regierenden Kanzler Valorum angreift und dessen Abwahl verlangt, lässt sich Palpatine, der Senator von Naboo, für die Neuwahl aufstellen. Amidala aber kehrt nach Naboo zurück. Sie will ihr Volk selbst von der Handelsföderation befreien. Qui-Gon Jin, Obi-Wan und Anakin begleiten sie, nicht ahnend, dass Darth Maul, der Schüler von Darth Sidious, bereits auf sie wartet…

  • Rezension

George Lucas hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sich bei seiner Geschichte von klassischen Mythen und ihren Strukturen beeinflussen ließ. Und genau so eine mythische Geschichte ist STAR WARS. Episode 1 ist eine relativ linear verlaufende Abenteuerstory, die innerhalb dieses Mythos die Funktion hat, den Boden vorzubereiten. In der Mythologie nennt man das „die Welt des Helden“, der Zuschauer (oder Leser, falls es sich um einen Roman handelt) wird vertraut gemacht mit der Umgebung, in der die künftigen Ereignisse stattfinden werden. Bevor ich ins Detail gehe, möchte ich darauf hinweisen, dass ich nicht umhin komme, teilweise Plotverläufe aus zukünftigen Episoden offen zu legen. Sollte dies also tatsächlich jemand lesen, der STAR WARS nur vom Hörensagen kennt und sich überlegt, ob er es mal anschauen soll, so möchte ich warnen: Das ist keine Rezension im üblichen Sinn, hier wird die ganze Geschichte – einschließlich eventueller Überraschungen – dargestellt.

Sie sind noch hier? Freut mich! Dann lassen Sie uns weitermachen mit der „Welt des Helden“.

Als erstes lernen wir von dieser „Galaxis weit, weit von hier entfernt“, wie uns das Vorwort informiert, dass es eine so genannte Republik gibt. Diese Republik umfasst offenbar die Welten der ganzen bekannten Galaxis, was uns der Sitzungssaal im Senat deutlich vor Augen führt. Abertausende Podien befinden sich dort, mit den Senatoren, die Abgeordnete ihrer jeweiligen Welten sind. Doch die Republik befindet sich keinem guten Zustand. Die Bürokraten haben dort das Ruder in die Hand genommen. Jede noch so gut gemeinte Initiative wird mit bürokratischen Verfahrensfragen überhäuft und in ihr Gegenteil verzerrt. Einzelne Welten sind inzwischen so weit, dass sie zu Separatisten geworden sind – in Episode 2 wird es sich um eine ganze Bewegung handeln. Zum Zeitpunkt, da die Geschichte beginnt, drückt die Handelsföderation ihren Protest gegen die Besteuerung von Handelsrouten auf eine sehr aggressive Weise aus: Sie bringt eine Invasionsarmee zu dem kleinen Planeten Naboo und will dessen Königin Amidala dazu zwingen, ein Abkommen zu unterzeichnen, das die Invasion legitimiert. Im Film wird es nicht herausgearbeitet, aber vermutlich wäre Naboo damit Teil der Föderation geworden – und Handelszölle würden dann wegfallen. Der Kanzler der Republik, Valorum, ist sich des Dilemmas sehr wohl bewusst. Naboo liegt sehr weit entfernt vom Zentralplaneten Coruscant, bis man verlässliche Nachrichten von dort hat, die die Senatoren überzeugen würden, innerhalb des Senats gegen die Handelsföderation vorzugehen, würde viel zu viel Zeit vergehen. In der Zwischenzeit würde die Föderation die nötigen Schritte unternommen haben, die Invasion zu legitimieren. In seiner Not wendet sich der Kanzler an die Jedi.

Die Jedi, oder Jedi-Ritter, sind ein Orden mit einer sehr langen Tradition. Sie sind Meister der so genannten Macht, einem mystischen Energiefeld, das von allen lebenden Dingen erzeugt wird. Wie wir etwas später erfahren, ist dafür eine mikroskopisch kleine Lebensform verantwortlich, die man Midichlorianer nennt. Das Konzept der Midichlorianer wurde von George Lucas erst bei Episode 1 eingeführt, und er ernetete dafür herbe Kritik. Er habe der Macht damit die Mystik geraubt, hieß es. Doch das muss nicht notwendigerweise sein. Immerhin handelt es sich bei der Galaxis, in der die Geschichte spielt, um eine hochtechnisierte Welt. Wenn es also etwas gibt, das wissenschaftlich belegt, dass es eine Macht geben muss, ist das ein großer Fortschritt. Ich möchte dazu einen Vergleich hernehmen: Es gibt verschiedene Theorien, die besagen, dass die Menschen ein kollektives Unterbewusstsein haben. Beweisen konnte man das bisher nicht, es gibt nur sehr vage Hinweise, die sich nicht immer belegen lassen. Stellen wir uns einmal vor, Neurologen würden morgen in den Nachrichten verkünden, sie hätten den Bereich im menschlichen Gehirn identifiziert, der tatsächlich Kontakt mit dem kollektiven Unterbewusstsein hat, über das der Mensch unbewusst Informationen von anderen Menschen aufnehmen kann. Dann wäre es endlich möglich, in eine bestimmte Richtung zu forschen, wie der Mensch mit den Kollektiv Kontakt aufnimmt, gleichzeitig wären die ganzen Diskussionen beendet, die die Existenz eines solchen Unterbewusstseins anzweifeln. Es gibt das kollektive Unterbewusstsein – basta! Lasst es uns erforschen.

So ähnlich stelle ich mir das mit den Jedi und den Midichlorianern vor. Über die Midichlorianer können Menschen in Kontakt mit der Macht kommen und verschiedene Dinge tun (Gegenstände bewegen, ohne sie zu berühren, andere Menschen geistig manipulieren und mehr). Als die Jedi das erfuhren, konnten sie ihre Erforschung der Macht in eine bestimmte Richtung lenken. Es war dann auch keine Glaubensfrage mehr, man konnte belegen: Ja, es gibt die Macht, auch wenn es Menschen gibt, die ihre Anwesenheit offenbar nicht wahrnehmen können. Es gibt Menschen, die für die Botschaften der Midichlorianer empfänglich sind, andere sind es nicht. Leider sorgte das dafür, dass sich die Jedi ziemlich vom Rest der Welt abgekanzelt haben. Zwar spielen sie innerhalb der Republik die Rolle der Friedenshüter, aber die meiste Zeit bleiben sie unter sich. Sie haben sehr starre Regeln aufgestellt, um der hellen Seite der Macht zu folgen. Das ist ihr oberstes Prinzip. Alles, was zur dunklen Seite gehören könnte, lehnen sie ab. Aus diesem Grund wird die Jedi-Ausbildung auch in frühester Kindheit begonnen, damit man die Kinder besser lenken kann. Ähnlich einem Mönchsorden gibt es verschiedene Gefühle und Regungen innerhalb der menschlichen Natur, die bei den Jedi verpönt sind. Romantische Liebe gehört beispielsweise dazu, ebenso Hass, Wut oder Angst. Furcht, so erfahren wir, ist der Pfad zur dunklen Seite der Macht. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu Leiden. Das einfache Rezept der Jedi lautet: Unterbrich die Kette! Keine Furcht, keine Wut, kein Hass. In Episode 2 wird die fatalistische Komponente dieses Prinzips sogar nocht deutlicher dargelegt: Um tote Freunde soll man nicht trauern, sondern froh sein, dass sie in die Macht eingehen durften. Denn natürlich führt auch Trauer zu Wut. Trauer ist eine Komponente der Liebe, denn man betrauert ja nur ein Lebewesen, für das man etwas empfunden hat. Also lautet auch hier das „Patentrezept“ der Jedi: Rotte das Übel mit der Wurzel aus. Abhängigkeit aus Liebe ist verboten. Und wenn die Jedi ihre Schüler bereits im Kleinkindalter von den Eltern wegholen, können sie sicher sein, dass sie die emotionale Bindung zu diesen überwinden können.

Die ersten Jedi in Episode 1, die wir kennenlernen, sind der Meister Qui-Gon Jin und sein Padawan-Schüler Obi-Wan Kenobi. Qui-Gon ist ein sehr ungewöhnlicher Jedi, denn er pfeift auf die Regeln, wenn sie einer guten Sache im Weg stehen. Eigentlich wäre er in den Rat berufen worden, dem Organ der geistigen Führer der Jedi, aber er hat es abgelehnt. Er hat seinen eigenen Kopf und ist offen für neue Ideen, ganz im Gegensatz zu allen anderen, denen offenbar nur daran gelegen ist, den „Status Quo“ zu erhalten. Die Aufgabe der beiden Abgesandten ist scheinbar ganz einfach: Sie sollen mit dem Vizekönig der Handelsföderation, Nute Gunray, Verhandlungen führen, die Blockade von Naboo aufzugeben. Qui-Gon bezeichnet die Abgesandten der Föderation gegenüber Obi-Wan als Feiglinge und schätzt, dass die Verhandlungen nicht sehr lange gehen. Etwas später meint Obi-Wan ironisch, Qui-Gon hätte recht gehabt – lange hätten die Verhandlungen nicht gedauert: Statt zu verhandeln versucht Gunray, die Jedi zu töten.

Dieses Manöver irritiert Qui-Gon. Was er nicht weiß: Die Handelsföderation handelt nicht ganz aus eigenem Willen. Darth Sidious, ein dunkler Lord der Sith ist die treibende Kraft bei der Invasion. Die Sith sind das genaue Gegenteil der Jedi, sie sind Anhänger der dunklen Seite der Macht. Wo die Jedi sich vor Emotionen scheuen, da gehen sie ganz hinein. Leidenschaft, Furcht und Macht über andere, das ist ihr Credo. Der letzte Konflikt zwischen den Sith und den Jedi ist 1000 Jahre her und war eigentlich für die Sith fatal gewesen, so dass die Jedi davon ausgingen, dass sie damals ausgelöscht wurden. Tatsächlich überlebten die Sith und wirkten im Geheimen, verborgen vor ihren Gegnern. Ihnen war klar geworden, dass sie die Jedi mit ihren eigenen Waffen schlagen müssen, und dass die Taktik „Auf sie mit Gebrüll!“ nicht immer zum Ziel führt. Insofern ist die Handelsföderation nur eine Schachfigur in dem Spiel, das die Sith eröffnet haben, und dessen Ziel lange nicht klar. Dazu kommen wir gleich noch ausführlicher.

Nun haben wir in unserer Geschichte also die zwei Gegenpole, wie sie deutlicher nicht sein könnten: Hier die „gute Seite“, die helle Seite der Macht, verkörpert durch die Jedi und die Republik, dort die „böse Seite“, die dunkle Seite der Macht, verkörpert durch die Sith und ihrer Handlanger.

Qui-Gon und Obi-Wan gelingt es, nach Naboo zu entkommen. Dabei stößt Qui-Gon auf ein Wesen mit Namen Jar Jar Binks, einem Gungan. Diese intelligente amphibische Lebensform lebt ebenfalls auf Naboo, will aber mit den Menschen nichts zu tun haben. Jar Jar, der von seinem eigenen Volk verbannt wurde, begleitet die beiden Jedi fortan, zunächst noch als Führer. In der Geschichte nimmt er die Rolle des Narren ein, der einfach nur im Leben zurecht kommen will und damit sehr häufig schlichtweg überfordert ist. Er ist aber kein „weiser Narr“, also einer, der nur so tut, als wäre er einfältig, er ist es wirklich. Das wird dazu führen, dass man seine Einfältigkeit ausnutzen wird, so dass er eigentlich – neben Anakin Skywalker – zu einer der tragischsten Figuren der ersten drei Teile wird.

Durch Jar Jahrs Hilfe gelangen Qui-Gon und Obi-Wan schließlich zur Hauptstadt des Planeten, wo sie mit Königin Amidala Kontakt aufzunehmen. Die junge Königin der Naboo will ihrem Volk bei dieser Invasion beistehen, sieht schließlich jedoch die Notwendigkeit ein, vor dem Senat zu sprechen und um Unterstützung zu bitten, damit die Handelsföderation in ihre Schranken gewiesen werden kann. Die Jedi befreien gefangene Piloten, die aus der besetzten Hauptstadt entkommen, sie selbst fliehen mit einem Raumschiff. Es gelingt ihnen dank des Astromech-Droiden R2D2, die Blockade zu durchbrechen, dabei wird das Schiff aber so schwer beschädigt, das es aus eigener Kraft nicht mehr nach Coruscant kommen kann. Der nächstgelegene Planet, der für eine Landung und die notwendigen Reparaturen geeignet scheint, ist die Wüstenwelt Tatooine im Outer Rim.

Auf Tatooine lernen wir eine weitere Seite der Republik kennen: die benachteiligten Regionen. Der Planet ist so weit entfernt von der Hauptwelt, dass hier andere Gesetze gelten. Die Hutts, eine Gangsterbande von Nal Hutta, haben den Planet unter ihre Kontrolle gebracht. Gerechtigkeit gibt es hier nicht, alles hängt vom Wohlwollen der obersten Gangster ab. Es gibt hier sogar Sklaverei, obwohl die Republik Sklaverei verboten hat. „Die Republik existiert hier draußen nicht!“, mit diesen Worten fasst Shmi Skywalker die Situation zusammen.

Shmi ist die Mutter eines neunjährigen Jungen, Anakin Skywalker, der als Sklave bei dem Schrotthändler Wattoo arbeitet. Wattoo ist Toydarianer, einem Volk, das immun ist gegen die geistige Manipulation der Jedi mit Hilfe der Macht („Geistige Tricks funktionieren bei mir nicht – nur Geld!“). Daher konnte Qui-Gon Wattoo nicht davon überzeugen, Geld in Form der Standardwährung der Republik für die nötigen Ersatzteile anzunehmen. Während er noch versucht, auf eine Lösung zu kommen, wird er von Anakin zu sich nach Hause eingeladen. Hier erfährt er, dass Anakin trotz seines jungen Alters ein routinierter Podfahrer ist. Dabei handelt es sich um Rennen, bei denen der Fahrer in einer Kapsel sitzt, die von starken Antigravitationsmotoren gezogen wird. Menschen können normalerweise bei den unglaublichen Geschwindigkeiten nicht schnell genug reagieren, das bringt Qui-Gon auf die Idee, dass der Junge etwas besonderes sein muss. Er lässt dessen Midichlorianer-Wert überprüfen – und siehe da, dieser ist höher als bei jedem bisher bekannten Jedi.

Hierbei handelt es sich um die erste Schlüsselstelle der Geschichte. Später im Verlauf der Geschichte wird die Rede davon sein, dass es bei den Jedi eine Prophezeiung gibt: Eines Tages soll der Auserwählte kommen, der der Macht das Gleichgewicht zurückbringt. Denn das Gleichgewicht ist in der Tat aus den Fugen geraten. Die Jedi deuten die Prophezeiung aber falsch, zumindest vordergründig, sie gehen nämlich davon aus, dass es bedeutet, dass die Sith endgültig vernichtet werden. Warum das ein Irrtum ist, dazu komme ich gleich.

Was von vielen Fans mit Befremden aufgenommen wurde, ist die Verbindung zwischen Anakin und Padmé, die sich bereits in diesem Film abzeichnet. Padmé ist angeblich eine Dienerin von Königin Amidala, die Qui-Gon auf seinem Ausflug auf Tatooine begleitet, in Wahrheit ist sie aber die Königin selbst, die ein doppeltes Spiel spielt, um sich zu schützen. Was einem irritierend vorkommen mag: Anakin ist neun Jahre alt, Padmé über zwanzig. Aber es kommt vor, dass auch bei einem Jungen in diesem Alter die Gefühle etwas verrückt spielen und er sich – um dieses etwas aus der Mode gekommen Wort zu verwenden – „verknallt“, auch in bereits erwachsene Frauen. Man kann das sehr deutlich daran sehen, wie Anakin versucht, Padmé zu imponieren, er zeigt ihr den Droiden C3PO, den er selbst konstruiert hat, und den Podrenner, den er gebaut hat. Eigentlich gehört es zum Reifeprozess eines Jungen, mit solchen Verliebtheiten klarzukommen. Normalerweise unterstützt diesen dabei der Prozess des „Erwachsenwerdens“, wenn die Hormone dazukommen und man sich in gleichaltrige Mädchen verliebt. Anakin wird diese Möglichkeit aber genommen, denn er wird am Ende dieser Episode dem Jedi-Orden beitreten und damit quasi zölibatär leben. Er kompensiert das auf seine Weise, indem er seine kindliche Liebe zu Padmé Aufrecht erhält und vermutlich etwas zelebriert, das der so genannten „Minne“, der höfischen Liebe des Mittelalters, gleichkommt. Es gibt allerdings einen großen Unterschied: Die „Minne“ war rein platonisch, zwar hegte ein Ritter für seine Dame „freundlich liebende Gedanken“ und machte ihr den Hof, aber ihm war bewusst, dass daraus nicht mehr folgen würde. Bei Anakin ist das anders, wie wir erfahren werden, er hat zwischen Episode 1 und Episode 2 zehn Jahre Zeit, sich Padmé in seinen Gedanken zur „idealen Geliebten“ hochzustilisieren.

Padmé selbst ist in Episode 1 gegenüber Anakin noch relativ indifferent, sie weiß, was sie ihm dadurch, dass er das Podrennen fährt und letztlich auch gewinnt, zu verdanken hat. Romantische Gefühle sind dabei für sie nicht im Spiel, allerhöchstens Gefühle, wie sie eine große Schwester für ihren kleinen Bruder empfindet.

Mit dem erfolreich absolvierten Podrennen kommt ein großer Einschnitt in Anakins Leben. Qui-Gon hat zuvor mit Wattoo gewettet, zum einen um die Ersatzteile, die er für das Raumschiff benötigt, zum anderen wollte er eigentlich auch den Jungen und seine Mutter im Fall des Sieges freikriegen, aber darauf ließ sich der Schrotthändler nicht ein. Er wettete nur um einen seiner Sklaven, der (von Qui-Gon mittels Jedi-Kräften manipulierte) Glückswürfel entschied, dass es Anakin sein würde. Nach dem Sieg ist er frei – seine Mutter nicht. Was wir hier erleben, ist der so genannte „Ruf des Abenteuers“, Anakin steht frei, mit Qui-Gon nach Coruscant zu gehen und ein Jedi zu werden. Anakin reagiert klassisch auf die Situation, denn er muss seine Mutter verlassen, um dem Ruf zu folgen. Ein Held – und das ist Anakin in der Geschichte – wird nicht leichtfertig aufbrechen, er muss immer etwas zurücklassen. Doch damit wird ein weiterer Grundstein für seinen späteren Fall gelegt; die ständige Furcht um das Wohlergehen seiner Mutter werden in Episode 2 Anakins schlimmste Eigenschaften offenbaren.

Dass er diese bereits in sich trägt, wurde leider beim letzten Schnitt aus Episode 1 herausgenommen. Es gab ursprünglich eine Szene, in der sich Anakin nach dem Podrennen mit einem Rodianer-Jungen namens Greedo prügelt. Der Rodianer behauptet, Anakin hätte gemogelt, um zu gewinnen. Qui-Gon geht dazwischen und verlangt Mäßigung von Anakin. Das Gespräch geht ungefähr so:

Anakin: Er hat behauptet, ich hätte beim Rennen gemogelt!
Qui-Gon: Und – hast Du gemogelt?
Anakin: Nein!
Qui-Gon: (zu Greedo) Bist Du immer noch der Meinung, Anakin habe gemogelt?
Greedo: Aber ja!
Qui-Gon: (zu Anakin) Siehst Du, Deine Schläge haben ihn nicht vom Gegenteil überzeugen können. Du weißt, dass Du nicht gemogelt hast, aber Du wirst seine Meinung akzeptieren müssen.

Die Szene zeigt, dass Anakin in Rage geraten kann, wenn etwas passiert, was seinem Gerechtigkeitsempfinden widerspricht. Die Betonung liegt dabei auf „seinem Gerechtigkeitsempfinden“. Anakin ist offenbar der Ansicht, dass es eine einzige große Wahrheit gibt, die man mit allen Mitteln durchsetzen muss (was er in Episode 2 noch deutlicher sagen wird), es fällt ihm schwer zu akzeptieren, dass das nicht immer geht, vor allem, wenn viele Menschen mit vielen unterschiedlichen Ansichten zusammen sind. In einer Kritik zu Episode 1 im „Spiegel“ wurde geäußert, dass man sich gar nicht vorstellen könne, dass Anakin sich im Verlauf der Geschichte zum Bösewicht wandeln wird, weil der junge Anakin-Darsteller Jake Lloyd so niedlich sei und sich in der Episode zudem als Mustersohn zeige. Hätte man die Prügelszene mit Greedo im Film gelassen, hätte man diesen Eindruck sicherlich abmildern können. Aber mal ganz davon abgesehen: Wenn der neunjährige Anakin bereits böse gewesen wäre, hätte die Kritik bestimmt gelautet, es handle sich um ein Klischee. Immerhin geht es in den Prequels ja darum, Anakins Abstieg zu zeigen. Und dies ist sein Ausgangspunkt.

Bei Start von Tattoine trifft Qui-Gon auf einen Fremden in dunkler Kapuze, der sich auf die Künste der Jedi versteht und sehr gut mit der Waffe der Jedi, dem Lichtschwert, umgehen kann. Dabei handelt es sich um Darth Maul, den Schüler von Darth Sidious, der über eine Funkübertragung den Aufenthaltsort der Königin ausfindig gemacht hat. Als Qui-Gon bemerkt, dass er Maul so nicht besiegen kann, bricht er den Kampf ab und flieht an Bord des Raumschiffs, das ins Weltall entkommt.

Die Abordnung trifft endlich auf Coruscant ein. Amidala trifft auf Senator Palpatine, der ihren Heimatplaneten im Senat vertritt. Er macht ihr keine allzu großen Hoffnungen, was ihre Petition im Senat betrifft. Zwar sei Kanzler Valorum auf der Seite von Naboo in dieser Invasion, aber sein Ruf sei durch unberechtigte Korruptionsvorwürfe beschädigt wurden. Das Verfahren würde an einen Ausschuss abgegeben werden, der entscheiden müsste, was geschehen soll. Das würde zu viel Zeit beanspruchen, weil Valorum aufgrund seiner geschwächten Position sich nicht trauen würde, das Verfahren zu beschleunigen. Es gäbe zwei Möglichkeiten: Entweder sie drängt darauf, einen neuen, stärkeren Kanzler zu wählen, der dem Senat vorsteht – oder sie ruft die Gerichte an. Aber das Gerichtsverfahren würde ebenfalls viel Zeit in Anspruch nehmen.

Was Palpatine hier tut, ist eine Manipulationstechnik, die man den „Fehlschluss der falschen Alternative“ nennt. Doch in seinem Fall ist das besonders perfide, denn was Amidala natürlich nicht ahnt: Palpatine und Darth Sidious sind identisch. Die Situation, in der sich Naboo befindet, hat der ehrgeizige Senator selbst heraufbeschworen, und auch die Tatsache, dass der Senat immer wieder mit Verfahrensfragen behindert wird. Nun stellt er ihr die scheinbar einzigen beiden Alternativen vor: Entweder wird Valorum abgewählt, oder man nimmt ein langwieriges Gerichtsverfahren in Kauf. Amidala kann das zunächst nicht glauben, doch als sie vor dem Senat spricht und von den Abgeordneten der Handelsföderation scharf attackiert wird, die die Einrichtung eines Ausschusses fordern, schnappt seine Falle zu: Sie sieht mit eigenen Augen, wie die Bürokraten die Republik in Grund und Boden regulieren. Ein langwieriges Gerichtsverfahren will sie nicht riskieren, also was tut sie? Sie fordert die Abwahl von Kanzler Valorum. Das Plenum stimmt ihr lautstark zu.

An Palpatines süffisantem Lächeln sieht man, wie er es genießt, dass sein Plan aufgeht. Denn die Sympathien, die der Senat dem armen, gebeutelten Planeten Naboo entgegen bringt, verwandeln sich nun in einen Bonus für ihn selbst: Er wird als Kandidat für die Kanzlerwahl aufgestellt und kann davon ausgehen, auch gewählt zu werden. Damit ist der erste Teil des Plans, den die Sith verfolgen, abgeschlossen: der dunkle Lord ist selbst direkt im Zentrum der Macht, von wo aus er die weiteren Pläne lenken kann, die Republik zu stürzen. In dieser Phase nutzt er noch die Unzufriedenheit der Leute mit diesem bürokratischen Monster, zu dem die Republik geworden ist.

Dann jedoch macht die Königin etwas, womit er nicht gerechnet hat. Amidala ist klar, dass es trotz der Kanzlerwahl noch immer zu lange dauern würde, bis die Situation ihrer Heimatwelt bereinigt wäre. Also beschließt sie, nach Naboo zurück zu kehren und die Handelsföderation zu bekämpfen. Doch Palpatine, obwohl er ihr dringend von ihrem Plan abrät, ist flexibel genug, auf diesen neuen Umstand zu reagieren. Im Gegensatz zu den Jedi.

Der Rat der Jedi hat mittlerweile Bekanntschaft mit Anakin Skywalker gemacht. Diesem Rat stehen die Jedi-Meister Yoda und Mace Windu vor, die das genaue Gegenteil von Qui-Gon Jin verkörpern. Daher teilen sie auch seinen Enthusiasmus nicht, was Anakin betrifft. Im Gegenteil, sie spüren, dass der Junge gefährlich ist. Und sie haben nicht ganz Unrecht. Die Prophezeiung über den Auserwählten besagt nämlich, dass er der Macht das Gleichgewicht zurückbringen wird. Die Jedi beziehen diese Aussage nur auf die Sith, obwohl sie selbst damit ebenfalls gemeint sind. Genau genommen ähneln sich die Jedi und die Sith, nur das sie eben auf gegenüberliegenden Seiten stehen. Die Jedi sind erstarrt in ihren Regeln und lehnen alles ab, was auch nur im Ansatz mit der dunklen Seite zu tun haben könnte. Die Sith hingegen besitzen hohe Flexibilität und lehnen alles ab, was zur hellen Seite gehört. Bei den Jedi zählt die Gemeinschaft, der einzelne fast nichts (deswegen sind sie auch befremdet über einen Auserwählten), die Sith hingegen setzen persönliche Bedürfnisse und Macht über die Gemeinschaft. Um einen Ausgleich zu erreichen, müssen beide Seiten in ihrer jetztigen Form zu Fall gebracht werden. Damit ist Anakin natürlich eine Gefahr für die Jedi. Qui-Gon ist da viel aufgeschlossener, er begrüßt die Veränderung, die der Auserwählte mit sich bringt. Die Jedi hingegen wollen ihre Regeln und ihr System nicht ändern. Deswegen lehnen sie es zunächst ab, Anakin in den Jedi-Orden aufzunehmen. Die Entscheidung soll verschoben werden, auch weil Königin Amidala nach Naboo zurückkehren soll. Die Jedi befürchten, dass der geheimnisvolle Angreifer wieder zuschlagen wird. Ob er wirklich ein Sith ist, da sind sich die Jedi noch nicht sicher.

Zurückgekehrt nach Naboo erleben wir die Art und Weise, wie Amidala die Dinge anpackt: Mit Diplomatie. Ihr ist bewusst, dass die Naboo selbst gegen die Übermacht der Handelsföderation nichts ausrichten können und Verbündete brauchen. Diese finden sie in den Gungans. Sie schafft es, den alten Konflikt zwischen diesen und den Naboo beizulegen und Boss Nass, den Anführer der Gungans, zum Kampf gegen den gemeinsamen Feind zu bewegen. Jar Jar Binks wird rehabilitiert, da er einen gewissen Anteil daran hat, dass das Bündnis zustande kommt. Gleichzeitig enttarnt sich Amidala und Anakin – und Qui-Gon und Obi-Wan – wird bewusst, dass die vermeintliche Dienerin Padmé in Wahrheit die Königin selbst war. Das verwirrt ihn noch ein Stück mehr.

Als die Handelsföderation mitbekommt, dass sich die Gungans sammeln, stellen sie ihre Droidenarmee auf. Da sie nur aus Robotern besteht, hat die Armee den Vorteil, dass man Soldaten weder rekrutieren noch ausbilden muss. Herstellen, programmieren, fertig! Einen Schwachpunkt jedoch haben die mechanischen Soldaten – sie werden von einem Kontrollschiff aus gelenkt. Der Plan der Königin ist nun, mehrgleisig vorzugehen. Die Gungans kämpfen gegen die Droidenarmee, während mehrere Gruppen der Naboo versuchen, in die Hauptstadt einzudringen. Eine Gruppe wird versuchen, mit Raumjägern zu starten und gegen das Droidenkontrollschiff im Orbit zu kämpfen. Die andere wird versuchen, Vizekönig Gunray gefangen zu nehmen.

Der Plan geht zunächst auf. Während die Gungans kämpfen, gelangen die Naboo unter der Führung von Amidala in den Palast der Hauptstadt. Die Piloten starten mit den Jägern – darunter auch Anakin, der sich in einem Jäger versteckt und aus Versehen den Autopiloten aktiviert. Als die Gruppe weiter in den Palast eindringen will, stellt sich ihnen Darth Maul in den Weg. Qui-Gon und Obi-Wan kämpfen mit ihm.

Daraufhin kommt es zu einer klassichen „Tod und Wiedergeburt“-Situation: Die Gungans kommen gegen die Übermacht der Droiden nicht an und müssen kapitulieren. Anakin rast mit seinem Raumjäger durch die Schlacht im Weltraum über Naboo und landet aus Versehen im Hangar des Droidenkontrollschiffes, wo sein Jäger überhitzt und manövrierunfähig liegenbleibt. Und Amidala und ihre Leute werden von Kampfdroiden eingekreist und zur Aufgabe gezwungen. Das ist der Moment des symbolischen Todes. Das, wofür diese Menschen gekämpft haben, scheint verloren.

Dann der Moment der Wiedergeburt: Amidalas Doppelgängerin taucht plötzlich auf. Verwirrt von der Situation begeht Nute Gunray einen Fehler und wird prompt selbst zum Gefangenen. Die Systeme von Anakins Jäger regenerieren sich gerade rechtzeitig, bevor ihn die Droidenwachen erreichen. Er kann starten und zwei Torpedos abschießen, die im Hauptreaktor des Schiffes einschlagen. Anakin kann entkommen, das Kontrollschiff aber explodiert. Dadurch werden die Droiden, die die Gungans gefangen nehmen sollen, deaktiviert. Die Niederlage hat sich in einen Sieg verwandelt.

Anders ist die Situation allerdings bei Qui-Gon, Obi-Wan und Darth Maul. Obi-Wan wird durch einen Energievorhang von Qui-Gon und Maul getrennt und muss ohnmächtig mit ansehen, wie der Sith seinen Meister mit dem Lichtschwert durchbohrt. Dann kämpft er selbst mit dem dunklen Lord und kann diesen im letzten Moment überwinden. Sein Meister jedoch stirbt in seinen Armen, nicht ohne ihn vorher zu bitten, die Ausbildung von Anakin zu übernehmen. Denn er ist der Auserwählte.

Eine Delegation der Republik trifft auf Naboo ein, und Trauer und Freude mischen sich. Yoda verkündet, dass Obi-Wan zum Meister ernannt wird, lehnt sein Anliegen, Anakin Skywalker als Padawan auszubilden, aber kategorisch ab. Er mag der Auserwählte sein, aber durch die Ausbildung bestehe Gefahr. Er sei zu alt. Obi-Wan widerspricht, schließlich habe er Qui-Gon sein Wort gegeben. Als er sogar darauf besteht, Anakin auch ohne Billigung des Rates auszubilden, lenkt Yoda ein. Bei der Zeremonie, bei der Qui-Gons Leichnam verbrannt wird, erklärt Obi-Wan Anakin, dass er nun sein Schüler sei. Gleichzeitig diskutieren Yoda und Mace Windu über den fremden Angreifer, der zweifellos ein Sith gewesen sei. Aber von denen gäbe es immer zwei, einen Meister und einen Schüler. Welcher wurde nun vernichtet?

Zur Delegation der Republik gehört auch der neue Kanzler, Palpatine. Er hat es tatsächlich geschafft, die Wahl zu gewinnen. Und während die Naboo und die Gungan den Frieden und die gemeinsame Freiheit feiern, blickt ihre Galaxis in eine ungewisse Zukunft.

Fortsetzung folgt…